„Wir geben ihn nicht her“ – Stadtpfarrer Dr. Max geehrt

Gepostet am Aktualisiert am

Ehrenwappen der Stadt Neumarkt am Wallersee für Stadtpfarrer Dr. Michael Max
von links: der Salzburger Erzbischof Dr. Franz Lackner, Stadtpfarrer Dechant Dr. Michael Max, DI Adi Rieger (Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee), Jan Schierl (1. Vizebürgermeister) und Herbert Schwaighofer (2. Vizebürgermeister)

„Zweierreihe, Hände falten“, der Stadtpfarrer von Neumarkt am Wallersee, Dechant Dr. Michael Max, achtete mit leiser Stimme auf Ordnung bei den Ministranten während des Festzuges beim Erntedankfest am Sonntag, den 27. September 2015. Aber genauso achten die Bürger der Stadt ihren Stadtpfarrer und darauf, dass er ihnen nicht abhandenkommt, wie sich später im Gasthof Gerbl herausstellte.  Alle Bilder dieses Tages siehe hier.

Erntedankfest beginnt am Rande der Stadt bei den Feldern

Erntedankfest Neumarkt am Wallersee
Sabine Schwarz mit ihrem Vater Josef vom „Fischinger“ in Neumarkt am Wallersee mit ihren Noriker-Pferden Ella (links) und Peggie

Das Schöne an der jungen Stadt Neumarkt am Wallersee ist, dass man immer gleich im Grünen, auf den Wiesen und Feldern ist. Daher beginnt in dieser Stadt das Erntedankfest traditionell im Schulzentrum, wo sich bereits die Felder in Richtung Wallersee ausbreiten. Im Hintergrund ragt die Silhouette der Bayrischen Alpen empor. Sabine Schwarz und ihr Vater Josef vom „Fischingergut“ hatten ihre Noriker Ella und Peggie eingespannt und hinten die Erntedankkrone aufgeladen. Vor dem Eingang in die Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe zelebrierte Stadtpfarrer Dr. Max eine kurze Feier, die mit der Segnung der Erntekrone endete.

Stadtpfarrer Dr. Michael Max bei der Segnung der Erntekrone

Dann setzte sich der Festzug in Richtung Stadtpfarrkirche zum hl. Nikolaus in Bewegung. Vorne weg ritt eine Abordnung der Reitergruppe Neumarkt-Köstendorf, gefolgt von Abordnungen der Vereine, dem Pfarrer samt eingangs erwähnten Ministranten, dahinter das Fuhrwerk mit der Erntekrone, die Landjugend und schließlich das Volk. Während in der Stadtpfarrkirche die Heilige Messe gelesen wurde, fanden sich einige Nichtkirchengeher bereits im Gasthof Gerbl ein, wo nach der Messe eine weitere Feier stattfinden sollte. „Fotografierst uns eh net?“ fragte einer der Neumarkter den Stadtschrei(b)er sorgenvoll und ein anderer fügte hinzu, dass es egal wäre, weil der Pfarrer eh weiß, dass es immer dieselben sind.

„Aber wegnehmen lassen wir uns ihn eh nicht!“.

von links sitzend Dr. Gabriele Max (Schwester des Stadtpfarrers), Stadtpfarrer Dechant Dr. Michael Max und der Salzburger Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM, dahinter stehend DI Adi Rieger, Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee

Der Festsaal beim Gerbl im ersten Stock war bis auf den letzten Platz gefüllt als Bürgermeister DI Adi Rieger das Wort ergriff. Zuvor war noch der Salzburger Erzbischof Dr. Franz Lackner eingetroffen. Unter den Gästen befanden sich auch die Mutter und die Schwester des Stadtpfarrers. Vor genau zehn Jahren, am 1. September 2005, kam der gebürtige Gmundner Dr. Max als Pfarrer nach Neumarkt. Wenige Tage vor seiner heutigen Ehrung feierte er seinen 45. Geburtstag und zwei Tage später, am Michaelitag, hat er Namenstag. Zwischen seiner Ankunft vor zehn Jahren und dem heutigen Festtag hat „der Herr Pfarrer“ die Herzen der Neumarkter erobert. Bürgermeister Rieger meinte, er sei sich bewusst, dass solch beliebte Pfarrer in der Erzdiözese begehrt seien und versetzt werden könnten. Doch er hoffe, dass seiner Gemeinde Dr. Max noch lange erhalten bleibt. „Ich schaue dabei auf unseren Herrn Erzbischof“ sagte Rieger und fügte mit fester Stimme hinzu „aber wegnehmen lassen wir uns ihn eh nicht!“.

von links: der Salzburger Erzbischof Dr. Franz Lackner, Stadtpfarrer Dechant Dr. Michael Max, DI Adi Rieger (Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee), Jan Schierl (1. Vizebürgermeister) , Herbert Schwaighofer (2. Vizebürgermeister) und Simon Weyringer

Dr. Michael Max mit dem Ehrenwappen der Stadt geehrt

Es folgte der Akt der Verleihung des Ehrenwappens der Stadt Neumarkt am Wallersee an Stadtpfarrer Dr. Michael Max. Nach Verlesung des Textes der Urkunde überreichte Bürgermeister DI Adi Rieger das Ehrenwappen an Stadtpfarrer Dr. Michael Max und der 1. Vizebürgermeister Jan Schierl steckte es an des Stadtpfarrers Revers, während der 2. Vizebürgermeister Herbert Schwaighofer die Schatulle des Ehrenwappens in Händen hielt – der Bürgermeister hatte also auch zwei „Ministranten“ gehabt!

„Das, was notwendig ist“ stellte Dr. Max am Beginn seiner Dankesworte. Für ihn stünden der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt seines Lebens. „Das lässt uns heute handeln. So besucht unser Erzbischof die Flüchtlinge am Salzburger Hauptbahnhof, um die Menschen Wert zu schätzen, ihnen Mut zu machen und es ginge ihm darum, da zu sein.“

bei der Übergabe der Lederhose

Vom Pfarrgemeinderat erhielt der Stadtpfarrer ein Fotobuch mit Erinnerungen an die ersten zehn Jahre, nicht ohne den Hinweis zu vergessen, dass es davon ja noch Fortsetzungen geben soll. Hoffentlich!

Kapellmeister Robert Eppenschwandtner übergab Dr. Max im Namen der Vereine der Stadt eine Lederhose, die sie bei Tamara’s Mode & Tracht gemeinsam erworben hatten. Da es aber im vergangenen Sommer niemandem gelungen war, die benötigte Größe unauffällig zu eruieren, sei diese nur für den symbolischen Akt der Übergabe gedacht – der Herr Pfarrer möge sich dann bitte gerne die passende Größe selbst aussuchen!

Machte eine gute Figur als Dirigent und Sänger: Stadtpfarrer Dr. Michael Max

Erzbischof über seinen Pfarrer:  „ein theologisch-kirchliches Schwergewicht, das polyglott sei.“

Es folgte ein Marsch, gespielt von der Trachtenmusikkapelle Neumarkt, bei dem der Stadtpfarrer als Dirigent einen hervorragenden Eindruck machte.

Erzbischof Dr. Franz Lackner

Erzbischof Dr. Franz Lackner meinte in seiner Ansprache, er wolle sicher nicht den Bösewicht spielen und den für Neumarkt, wie es ihm schien, unverzichtbaren Pfarrer versetzen. Er werde gerne die „fast paradiesischen Zustände“ in Neumarkt erhalten. Aber, so fügte er mit einem geheimnisvollen Lächeln im Gesicht hinzu, es sei sogar schon „Rom“ auf den Stadtpfarrer von Neumarkt aufmerksam geworden. Der Erzbischof würdigte Dr. Max als „theologisch-kirchliches Schwergewicht, das polyglott sei.“ So ist Dr. Michael Max seit 2008 Präsident des Europäischen Priesterrates (CCPE), Feuerwehrkurat, Vorstandsmitglied im Priesterrat der Erzdiözese Salzburg und geistlicher Assistent der katholischen Frauenbewegung und spricht mehrere Sprachen. Und der Erzbischof stellte auch fest, dass sein Pfarrer durchaus das Zeug zu einem Dirigenten hätte.

Bei Schweinsbraten, Bratwurst, Wiener Schnitzel oder hausgemachten Nudeln, einem Bier oder Glas Sturm, klang dann der gesellschaftliche Teil aus, für manche erst am späten Nachmittag.

Maestro Max gab den Ton an!
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Ein Kommentar zu „„Wir geben ihn nicht her“ – Stadtpfarrer Dr. Max geehrt

    Franz Fuchs sagte:
    3. Oktober 2015 um 22:28

    Sehr Interessantes über das Leben in Neumarkt und wie man dort die Feste feiert.

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