Zukunftswerkstätte, Bürgerrat, Bürger-Cafe – gemütliche PlusRegion

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Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | „Jung (Neumarkt am Wallersee), smart (Köstendorf), mittendrin (Straßwalchen), enkeltauglich“; 700 Bürgerbefragungen, drei Zukunftswerkstätten, ein Bürgerrat und ein Jugend-Ideen-Clubbing; die Bürger der drei Gemeinden in der PlusRegion möchten bei der Gestaltung ihrer Gemeinden und ihrer Zukunft mitreden.

Alle Bilder von diesem Abend auf des Stadtschrei(b)ers Bilderplattform hier.  //

Die drei Chöre aus der Plusregion

Bürger-Cafe mit Würsteln und Bier

Am 7. April 2016 trafen sich im Neumarkter Festsaal Bürger aus allen drei Gemeinden. Im Foyer wurde Kaffee von EZA Fairer Handel aus Weng in Köstendorf angeboten, im Festsaal konnte man aber auch Bier und Würstel erhalten. Christoph Harringer und Wolfgang Mader, die die Bürger bei ihren „Dorferneuerungen“ bisher begleitet hatten, moderierten gemeinsam den Abend. Gleich zu Beginn gab es, wie Harringer erklärte, eine Premiere in der Plusregion: die Liedertafel Neumarkt, der Dorfklang Köstendorf und die Liedertafel Straßwalchen traten erstmals gemeinsam auf der Bühne auf, sozusagen als PlusRegions-Chor. Simon Kornpropst aus Straßwalchen hatte die Idee zu diesem gemeinsamen Auftritt.

Motive aus der Plusregion

Abgebrannt und auch nicht

Auf den Tischen im Festsaal lagen Stapeln von Farbbildern, die Motive aus allen drei Gemeinden zeigten. Harringer forderte die Besucher auf, sich die Bilder gemeinsam anzuschauen und darüber nachzudenken, ob da Orte dabei sind, die für sie von Bedeutung sind. Nach einer Plauderpause ganz wie in einem Cafe, befragte er einige Bürger dazu.

Reg. Rat Helmut Deinhammer erzählt, dass er im Strandhotel am Wallersee 1974 geheiratet hatte – später brannte das Hotel ab und wurde nicht mehr aufgebaut

Reg.-Rat Helmut Deinhammer aus Neumarkt am Wallersee erzählte, dass ihn die historische Aufnahme des Strandhotels in der Wallersee-Ostbucht daran erinnerte, dass er dort 1974 geheiratet hatte. „Aber später brannte das Hotel ab“ meinte Deinhammer abschließend. Roland Stiegler, ebenfalls aus Neumarkt am Wallersee, hatte 2003 geheiratet, im kleinen Kirchlein St. Johann am Berg in Kleinköstendorf, Gemeinde Köstendorf. „Aber die ist noch nicht abgebrannt“ erklärte Stiegler schmunzelnd.

Weniger erfreulich waren die Erlebnisse, die eine Straßwalchnerin mit einem Bild vom Wallersee-Radweg verbindet. Dorthin wurde sie als Rot-Kreuz-Helferin zu einem Notfall gerufen, der leider tödlich ausging. Tags darauf unternahm sie eine Radltour rund um den Wallersee und just an der Stelle, an der tags zuvor der Notfall war, hatte ihr Rad einen Patschen.

Enkeltauglichkeit

Wolfgang Mader, der zweite Moderator, erklärte kurz das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“, auf die Bürgerbeteiligung in der Plusregion basiert. Die Idee von Agenda 21 ist einfach: Nur wenn die kleinsten Einheiten – die Regionen, Gemeinden, lokalen Vereine, Organisationen und letztlich jeder Einzelne von uns – konkrete Schritte zu einem achtsamen Umgang mit den Lebensgrundlagen setzen, ist und bleibt unsere Welt zukunftsfähig. Zukunftsfähig für unsere Enkel, also enkeltauglich bleibt.

Dazu passend zeigte Mader eine Karikatur, die zwei Männer auf Eisenbahngeleisen laufend zeigt, hinten denen sich ein Zug nähert. Der eine sagt zum anderen: „Wenn nicht bald eine Weiche kommt, sind wir verloren“. Bürger und Gemeinden sollen also nicht erst warten, bis sie ich in einer Krise befinden, sondern rechtzeitig „Weichen“ stellen.

Regio-Shuttle, Begrüßungsmappe für Zuzügler, Begegnungszonen, modernere Geschäftsauslagen

In allen drei Gemeinden hatte eine „Zukunftswerkstätte“ stattgefunden, bei der Bürger Ideen einbringen und entwickeln konnten. Anschließen wurde nach dem Zufallsprinzip ein Bürgerrat aus den Teilnehmern dieser Zukunftswerkstätten ausgewählt. Dieser Bürgerrat tagte rund eineinhalb Tage. Dabei standen gemeindeübergreifendes Denken und Vorschläge erarbeiten im Vordergrund. Themen waren unter anderem: Wie können wir Gemeinschaft leben, Freiräume und Begegnungsräume schaffen und die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten (Boden, Energie, Natur)?

Sigi und Tina auf ihrer Zukunftsreise durch die PlusRegion

Im Neumarkter Festsaal berichteten die Teamleiter aus jeder Gemeinde über ihre Ergebnisse. Unter anderem über die Idee einer Begrüßungsmappe für neue Bewohner (gab es bereits schon in Neumarkt unter Bürgermeister Ing. Hans-Georg Enzinger), eines „Hauses der Begegnung“, finanziert von alle drei Gemeinde für deren Bürger, in dem man „unkompliziert Aktionen setzen kann“ (Zitat am Abend), einer virtuellen Nachbarschaftshilfe; in einem Sketch von Tina und Sigi (Uebelhoer), der in der Zukunft in der Welt der Ergebnisse der „Agenda 21“ spielte, war die Rede von einem „Regio-Shuttle“ und Leihopas.

Eine Gruppe Jugendlicher spielte Theater. Zwei von ihnen kamen im Winter gerade vom Wallersee, in dem sie baden waren und philosophierten über das „Gratisangebot, das ganze Jahr baden gehen zu können“. Sie machten im Anschluss mit Transparenten auf ihre Wünsche aufmerksam. So wären „ein bisschen mehr junge Mode“ im Angebot der örtlichen Modegeschäfte sehr gewünscht. Und – a bisserl „anspruchsvollere Auslagengestaltung für die Jungen“, so hat es jedenfalls der Stadtschrei(b)er verstanden.

Baden mitten im Winter im Wallersee – Jugend spielte Theater

Wie gut kennst du deine Region?

Beim folgenden Quiz gab es zu jeder Frage aus der Region drei färbige Antwortmöglichkeiten. Am Tisch lagen A-4-Blätter in gleicher Farbe und tischweise konnte man also seine Antwort mittels hochhalten des entsprechenden Farbblattes mitteilen.

Birgit Ausserweger (Geschäftsführerin PlusRegion) und Christoph Harringer erklärten das Quiz, bei dem es Geschenkkörbe zu gewinnen gab
Dazu mussten alle aufstehen und diejenigen, die leider auf eine falsche Antwort tippten, mussten sich wieder setzen und schieden aus. Die Fragen waren bei einer Umfrage gestellt worden, zu der 700 Antwortbögen eingegangen waren. Wie haben also diese 700 Befragten geantwortet galt es zu erraten? Des Stadtschrei(b)ers Tisch erreichte die vorletzte Runde. Bei der Frage, ob die Plusregion vielfältig, gemütlich sei oder, ja, die dritte Möglichkeit hat sich der Stadtschrei(b)er nicht gemerkt, schied sein Tisch aus – des Stadtschrei(b)ers Tisch tippte auf Empfehlung desselben auf „vielfältig“, aber die Plusregion sei „gemütlich“ war die richtige Antwort. Also!

Frau Dr. Rössler, wie hat Ihnen der Abend gefallen?

Nein, diese Frage stellte ihr nicht der Stadtschrei(b)er, sondern Moderator Harringer. Bisher hatten an diesem Abend nur die Bürger das Sagen, die Politiker mussten schweigen. Eben bis auf die Einladung an Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler, die den Abend mitverfolgt hatte und in deren Ressortzuständigkeit die „Agenda 21“ angesiedelt ist.

Dr. Astrid Rössler, Landeshauptmann-Stellvertreterin

Sie zeigte sich beeindruckt von der guten Stimmung an diesem Abend und dem wertschätzenden Umgang der Bürger miteinander. Es war für sie ein Wohltat hier gewesen zu sein. „Hören, reflektieren und nachdenken ist der Sinn dieser Veranstaltung. Zuhören ist vielleicht der größte Wert. Reden ist für das in Gang bringen wichtig“ meinte Dr. Rössler. „Piazza-Feeling“ habe sie an diesem Abend gehört und das zähle zu ihren Lieblingsworten. „Diese Region ist gemütlich, sehr gemütlich“ so die Politikerin und weiter sagte sie, dass Gemütlichkeit für Herz und Seele wichtig sei, dort wo wir zu Hause sind, sollte wir ein gutes, warmes Gefühl spüren. Sie hätte es an diesem Abend in Neumarkt gespürt.

Information

Weiterführende Information über die „Agenda 21“ hier unter diesem Link.

stehend von links: Wolfgang Wagner (Bürgemeister Köstendorf), Mag.a Beate Dall (Marketing Plusregion), Birgit Ausserweger (Geschäftsführung Plusregion), Anja Brucker, MSc. (Regionalmanagerin für Umwelt und Nachhaltigkeit SIR), DI Adi Rieger (Bürgermeister Neumarkt am Wallersee), knieend Christoph Harringer und Wolfgang Mader (Moderation)
„i mog heid no net hoam“ sangen die Männer, die Frauen naturgemäß, waren dagegen
Dr. Astrid Rössler und Birgit Ausserweger (Geschäftsführung Plusregion)
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