Zum ersten, zum zweiten und zum dritten: Wizany-Karikaturen-Ausstellungseröffnung in Neumarkt am Wallersee mit Versteigerung

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Georg Schinwald Versteigerung Wizany
Zum ersten, zum zweiten und – zum dritten! Auktionator Georg Schinwald in Aktion

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee ist für eine Woche Ausstellungsort von Karikaturen des bekannten Karikaturisten Thomas Wizany. Im Foyer der HLW Neumarkt im Bundesschulzentrum sind Werke zum Thema „Flucht und Integration“ bis zum 28. November 2016 zu sehen. Bei der Eröffnung am 18. November 2016 wurden drei dieser Werke versteigert. Der Stadtschrei(b)er hatte mitgesteigert, ehm, nein, nur mitgefiebert. Hier seine Fieberkurve, ups, sein Bericht.  

Die HLW lässt die alte Tradition als Ausstellungsort wieder aufleben

Nicht von ungefähr wählte Wizany Flucht und Integration als Thema für seine Ausstellung. Neumarkt und das benachbarte Köstendorf haben seit Sommer 2015 sehr effizient arbeitende Plattformen für Menschen in Not aufgebaut. Vor allem Asylwerber wenden sich an diese unabhängigen und von Freiwilligen betriebenen Einrichtungen.

von links: Thomas Wizany, Norbert Leitinger, Ingrid Weydemann und Gottfried Kögler
von links: Thomas Wizany, Norbert Leitinger, Ingrid Weydemann und Gottfried Kögler

Mag. Norbert Leitinger, Direktor der HLW Neumarkt (Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe), wollte ein Zeichen setzen und bat Wizany um diese Ausstellung. Auch, weil er an die etwas in Vergessenheit geratene Tradition der Schule, Ausstellungen zu organisieren, wieder anknüpfen wollte.  Drei Karikaturen von Wizany  sollen versteigert werden und der Erlös den beiden Plattformen zu Gute kommen.

viele Schülerinnen und ein männliches Wesen sorgten für die Kulinarik
Viele Schülerinnen sorgten für Speis‘ und Trank.

Die SchülerInnen der HLW sorgten perfekt für das leibliche Wohl der Besucher

Ingrid Weydemann MAS von der „Plattform Neumarkt für Menschen“, Mag. Gottfried Kögler von der „Plattform Köstendorf für Menschen“, Mag. Thomas Wizany, Mag. Norbert Leitinger, Wolfgang Wagner, Bürgermeister der Gemeinde Köstendorf und Stadtrat Johann Sommerer in Vertretung von Bürgermeister DI Adi Rieger, brachten ihren Gedanken zum Ausdruck, was sie im Zusammenhang mit Asylwerbern bewegt, wie sehr sie die Tätigkeiten der beiden Plattformen schätzen und auch gerne unterstützen.

Gunda „Gundi“ Veleba, Künstlerin aus Neumarkt am Wallersee und Eduard Pirker, kritischer Liedermacher
Gunda „Gundi“ Veleba, Künstlerin aus Neumarkt am Wallersee und Eduard Pirker, kritischer Liedermacher

Musikalische Einlagen von Gunda „Gundi“ Veleba und Eduard Pirker, kritischer Liedermacher, Religionslehrer und Rad-Reparateur für die Räder der Asylwerber, lockerten die kurzen Reden auf. Bevor es zur Versteigerung kam, konnten sich die Besucher noch an einem Buffet stärken. Die Rezepte für die nahöstlichen Spezialitäten stammten von Asylwerbern oder sie hatten selbst die Gerichte hergestellt.

Dass alles so appetitlich angerichtet vor den Augen der Besucher stand und der Durst gestillt werden konnte waren etliche, viele SchülerInnen zuständig. Flink und freundlich sorgten sie für Nachschub bei leeren Tabletts oder Gläsern. Ohne Koordination geht das natürlich nicht. Dafür war Christina Schneeweiß, Lehrkraft für fachpraktischen Unterricht an der HLW, zuständig. Und ein gutes Team hat stets auch einen Boss für alle Sorgen – Fachvorständin OSR Dipl.-Päd. Jeannine Zehentner wachte mit sorgsamen Augen über allem.

Alles fest in Köstendorfer Hand! Und 1.550 Euro für die beiden Plattformen

Als Auktionator konnte der Salzburger Journalist Georg Schinwald von den Salzburger Nachrichten gewonnen werden. Mit Humor und durchaus auch körperlichem Einsatz rief er die erste Karikatur aus. Hände gingen in die Höhe und die erste Karikatur wechselte um € 350,– von Wizany in den Besitz des Köstendorfer Bürgermeisters Wolfgang Wagner.

Offensichtlich waren die Besucher zunächst etwas vorsichtig gewesen und wollten sich das Spiel einmal erst ansehen. Denn bei der zweiten Karikatur gingen schon mehr und schneller die Hände in Höhe und bei € 450,– war Schluss: Mag. Gottfried Kögler von der „Plattform Köstendorf für Menschen“, wieder ein Köstendorfer, durfte sich nun als neuer Besitzer freuen.

Während der Versteigerung des dritten und letzten Bildes.
Während der Versteigerung des dritten und letzten Bildes.

Richtig spannend wurde es dann bei der dritten Versteigerung. Es ging ja immer in zehn-Euro-Schritten aufwärts. Bald hatte sich die Spreu vom Weizen getrennt und es steigerten nur mehr wenige um das Bild, genauer gesagt waren es zwei Personen, zufällig getrennt durch eine Ausstellungswand im Raum. Bei 700 Euro musste dann einmal die Köstendorfer Bieterin, „Oma“ Marianne Schaup, „um die Ausstellungswand“ schauen, wer denn dort ständig ihre Gebote überbietet. Es war der Neumarkter Stadtrat Josef Sinnhuber, der den schwachen Versuch unternommen hatte, wenigstens eine Zeichnung für Neumarkt zu sichern. Doch in der Endphase erhielt Marianne Schaup einfach mehr Unterstützung („Marianne, den nächsten Zehner zahl ich dir!“, so ein Zwischenruf). Und triumphierend konnte sich Marianne Schaup nach dem letzten Ruf von Schinwald „Zum ersten, zum zweiten und … zum dritten“ als Besitzerin des letzten Bildes freuen. Um € 750,–. Wieder in Köstendorf gelandet!

Die beiden
Die beiden „Omis“ aus Köstendorf: links Heidi Spacil mit Marianne Schaup

Die Köstendorfer Omis

Omis gibt es sicherlich viele in unserer Gegend. Heidi Spacil und Marianne Schaup von der „Plattform Köstendorf für Menschen“ sind aber zwei besondere Omis. Ja, jetzt net, weil die eine Oma recht erfolgreich im Mitsteigern war, sondern weil beide zusammen zwei afghanische Familie in Köstendorf betreuen. Mit acht Kindern – und – das jüngste ist noch ein Baby, kam es doch erst Ende Oktober zur Welt. Viel Freude wünscht da der Stadtschrei(b)er der Mutter, den Müttern und den beiden Omis!

Mohsen mit seinen handgefertigten Taschen
Mohsen mit seinen handgefertigten Taschen

Ja, es war ein schöner Abend. Mohsen, ein Asylwerber, präsentierte seine handgefertigten Taschen, Thomas Wizany weiß jetzt ungefähr, was seine Werke im nördlichen Flachgau wert sind und die beiden Plattformen können  sich über den erzielten Erlös der Versteigerung von € 1.550,– freuen und Menschen in dringenden Fälle helfen.

Der Stadtschrei(b)er möchte allen herzlich danken, die diesen Abend ermöglicht, gestaltet sowie gespendet hatten.

Alle Bilder des Abends auf des Stadtschrei(b)ers Bilderplattform unter diesem Link

von links: Mag. Göttfried Kögler, Mag. Thomas Wizany, Marianne Schaup und Bürgermeister Wolfgang Wagner;
von links: Mag. Göttfried Kögler, Mag. Thomas Wizany, Marianne Schaup und Bürgermeister Wolfgang Wagner;
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