Steinbachtal in Neumarkt am Wallersee zum Seele Baumeln lassen

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 Jägerwiese im Steinbachbtal
Quelle bei der Jägerwiese im Steinbachbtal

Zwischen dem Stadtzentrum von Neumarkt am Wallersee und der südöstlichsten Gemeindegrenze liegen fünf Kilometer Luftlinie. Dazwischen ein kleines Naturparadies, das Steinbachtal und am Ende zwei idyllische Einkehrlokale. Begleiten Sie mich auf einen herrlichen Ausflug „in die Natur im Stadtgebiet von Neumarkt“.

Alle Bilder aus dem Steinbachtal siehe diesen Link.

Geschichtsträchtiges Sighartstein

Der Stadtschrei(b)er packte seine Siebensachen, das waren sein Fotoapparat, sein Blitzgerät, seine festen Schuhe und sein fahrbarer Untersatz, und machte sich auf in eines der schönsten Gebiete seiner neuen Heimatstadt.

Zunächst gelangte er in den Ortsteil Sighartstein, der vom gleichnamigen Schloss überragt wird. Hier hat man auch den ersten Kontakt mit dem Steinbach.

Vom Stift Raitenhaslach, südlich von Burghausen, erwarb 1372 der Salzburger Fürsterzbischof Pilgrim II. das damalige Gut. Unter seiner Regentschaft hatte das Salzburger Erzbistum seine flächenmäßig größte Ausdehnung erreicht. Im 15. Jahrhundert wurde der Besitz der Innviertler Familie Uibacker verliehen, die dem Schloss im 18. Jahrhundert sein heutiges Aussehen verliehen. Heute ist es im Besitz von Baron Ernst von Gecmen-Waldeck. Maria Theresia, Wolfgang Amadeus Mozart, Napoleon, Arturo Toscanini, Maria Callas und andere Persönlichkeiten waren im Laufe der Jahrhunderte zu Gast in diesem Schloss.

Agspalterhof
Agspalterhof

Südlich von Sighartstein, im Ortsteil Wertheim, beginnt bereits das „Naturerlebnis Stadt“. Hühner queren die Straße beim Hennerbach – wie bezeichnend, nennt man das Federvieh doch in der Mundart „Henner“.  Im nächsten südlich gelegenen Ortsteil Haslach befindet sich der „Neumarkter Flugplatz“ und das Seppengut, ein Sozialprojekt der Salzburger Lebenshilfe. Südöstlich der Ortschaft zweigt das Steinbachtal ab, über dem sich Berggipfel mit den eindrucksvollen Namen wie Hasenkopf oder Toter Mann erheben. Zwischen diesen beiden Gipfeln nennt sich ein Übergang zum Irrsee vertrauenserweckend „Goldene Kutsche“.

Sagenumwobene Quelle auf der Jägerwiese

Die Straße steigt etwas an und man kommt am Agspalterhof vorbei, der den Eindruck eines alpinen Almbauernhofes erweckt. Das Steinbachtal ist hier noch breit, links und rechts führen Waldwege entweder auf den Hiesenberg (726 m ü. A.) oder Richtung Sommerholz (776 m ü. A.). Ein im Wald versteckter Bienenstand, ein halb verfallenes Gebäude in einem Feld, bunte Sommerwiesen mit vielen Blumen und Wälder waren die Erlebnisse entlang der Weiterfahrt.

Dort, wo sich der von Süden her kommende Aubach mit dem von der „Goldenen Kutsche“ herab fließende Klausbach zum Steinbach vereinen befindet sich auf 624 m ü. A. die Jägerwiese. Bei einer alten Blockhütte steht ein etwas in die Jahre gekommener Holzbrunnen, aus dem eine Quelle sprudelt. Heilkräftig soll es sein, dieses Quellwasser. Von weither kommen die Menschen mit allerlei Gefäßen, Kisten mit leeren Flaschen oder einfach mit der Hand als Trinkgefäß, um dieses frische Wasser mitzunehmen oder zu vor Ort zu trinken. Es soll auch noch nach Tagen frisch schmecken erfährt man von den Wasserzapfern, die man eigentlich fast immer bei der Quelle antrifft.

im Auwald bei der „Mückenbrut“

Aubach, Schichtlwiese, Lichtentann, Kienberg und Dichtlalm

Südlich der Jägerwiese steigt die schmale Straße zur Schichtlwiese wieder um ganze zehn Meter in die Höhe an. Entlang dieses Abschnitts fließt der Aubach. Der Auwald an den östlichen Abhängen des Lehmbergs (1 027 m ü. A.) dürfte Namensgeber bei den Einheimischen gewesen sein, wenn sie von einer „Rundfahrt in der Au“ sprechen, wie dem Stadtschrei(b)er erst jüngst zu Ohren gekommen ist.

Auf dem Weg zur Schichtlwiese zweigt auf einer großen Waldlichtung ein Weg zum Gipfel des Hiesenbergs ab, danach einer zum Gasthaus Kienberg und dann kommt man einer Mückenbrutstätte vorbei, einem kleinen Teich, bei der sich ein kurzer Aufenthalt lohnt. Nicht der Mücken und ihrer aufdringlichen Bettelei, stechen und saugen zu dürfen, sondern bei schönem Wetter des Farbenspiels des Wassers im Tümpel, der Libellen und der Pflanzen wegen.

auf der Schichtlwiese

Der Stadtschrei(b)er hatte nun die südliche Stadtgrenze erreicht. Ein Wegweiser zeigt zur Ruine Lichtentann auf 736 m ü. A. Sie war einst Sitz der mächtigen Herren von Tann, später waren Pfleger (erzbischöfliche Beamte) dort tätig und auch die Entstehung des Bezirksgerichts Neumarkt am Wallersee hing mit diesem Pflegeamt zusammen.

Der Stadtschrei(b)er wendete sich wieder nach Norden in Richtung Stadtzentrum und erreichte das Gasthaus Kienberg, ehm Keaberg spricht man es ja aus. Der berühmte Henndorfer Bierbrauer und Gastwirt Caspar Moser hatte es 1865 aus den Steinen der Ruine Tannberg erbauen lassen. An diesem Ausflugsvormittag richtete Wirtin Gerlinde Teufl gerade den Gastgarten und die offene Winterterrasse für den erwarteten Mittagsandrang her. Ihr Sohn Martin führt seit 2013 wieder das Lokal, nachdem es von 1992 bis 2013 verpachtet war.

Steht man im Garten des Gasthauses, so erhebt sich zur Linken ein alter Kastanienbaum und geradeaus stehen Obstbäume, durch die beim Besuch des Stadtschrei(b)ers ein gemähter Weg zwischen üppig wachsenden Wiesen führte. Der Stadtschrei(b)er ließ sich nach getaner Fotografier-Arbeit für ein paar Minuten im schattigen Wintergarten nieder und lauschte der Stille. Na ja, ganz still ist es ja auch in der Natur fast nie. Und nach ein paar Minuten des Seele Baumelns erhob er sich seufzend und setzte seinen Ausflug fort. Alle Bilder von meinem vormittäglichen Besuch in Keaberg siehe diesen Link.

Blick aus dem Garten zum Gasthaus Kienberg

Die Dichtlalm läge noch ganz in der Nähe, nur ein paar Hundert Meter weiter in Richtung des Gipfels des Hiesenbergs, am Geisberg. Aber die Dichtlalm ist nicht immer geöffnet (Sa und So und Feiertags bei trockenem Wetter ab 13 Uhr).

Heimkehr über Neufahrn

Kurz nach Göpfering nahm ich den betonierten Feldweg hinunter nach Aring. Von einer Feldkuppe aus hat man einen einmaligen Blick auf Neufahrn und in weiterer Sicht auf das Stadtzentrum von Neumarkt, den Tannberg und den Buchberg, drüben bei Mattsee. Am linken Wegesrand blühten in einem Sommerfeld die blauen Kornblumen, fast Postkarten-kitschig. Und auch der Dichtlhof, der Bauernhof der Dichtlalm war von dort aus im Blickfeld.

Neufahrn ist ja ebenfalls ein Kleinod der Stadt Neumarkt am Wallersee. Ich glaube, darüber muss ich einmal eine eigene Geschichte schreiben, über die uralten Häuser, manch alter Fassadentechnik und natürlich über die Kirche. Für heute war es genug, die Sonne stand mittlerweile schon hoch und strahlte mich an. Es wurde heiß und Zeit zur Rückkehr.

 

Sommerwiese in Neufahrn
im Steinbachtal
im Steinbachtal
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