Fridolin und Fridolina, eine Pommerngänse-Geschichte

Gepostet am Aktualisiert am

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 17. September 2021 | Dies ist die Geschichte von Fridolin, der Pommerngans, die eigentlich eine „Fridolina“ ist. Die Geschichte hat sich in der Wallersee-Ostbucht in der jungen Stadt am Land, in Neumarkt am Wallersee im Salzburger Flachgau ereignet.

Fridolina (links) und Fridolin blicken in einen gemeinsam sommerliche Zukunft am Ufer des Wallersees.

Die Geschichte begann als Fridolin

Erstmals im Sommer 2020 fiel dem Stadtschrei(b)er eine Graugans auf, die im Strandbad Wallersee ganz ungeniert auf der Liegewiese graste und schnatterte. „Fridolin heißt er – sie“ wurde ihm erzählt. Nach einem kurzen, wenig ergiebigen „Interview“ mit Fridolin, das von der Neumarkter Fotografin Johanna Neumayer im Bild festgehalten wurde, stellten sich folgende Fakten heraus:

Der Neumarkter Stadtschrei(b)er „im Gespräch“ mit Fridolin(a) im Strandbad Wallersee, Sommer 2020 © 2020 Johanna Neumayer

Den Namen „Fridolin“ hatte die Graugans von den Strandbadbesuchern erhalten und Sebastian Gschwendtner von der WallersSeeAlm am Yacht-Hafen füttert ihn – sie. Nachdem der Stadtschrei(b)er in einem Posting in Facebook den „Fridolin“ vorgestellt hatte, erhielt er von einer versierten Gänsekennerin den Hinweis, dass es sich um eine Pommerngans handelt.

Fridolina als sie noch Fridolin war bei einem Nickerchen (Sommer 2020).

Die Pommerngänse sind eine bis zu neun Kilo schwere und alte Graugänseart, die schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Fürst Witzlaw III. von Rügen besungen wurde. Der Unterschied zu anderen Graugänsearten liegt im Halswuchs und der Gefiederfarbe. Heute wird diese Gänseart in Deutschland gezüchtet, weil sie sehr fleischreich ist. Dies könnte der Grund unseres Pommernganters (so nennt man die männliche Gans) gewesen sein, die Flucht zu ergreifen.

Sebastian erzählt von der wundersamen Wandlung des Fridolin zur Fridolina

Fridolin(a) noch alleine am Futtertopf bei Sebastian (Sommer 2020)
Gemeinsam schmeckt es besser bei Sebastian, September 2021

Im Sommer 2021 stellten die Stammgäste des Strandbades Wallersee erstaunt fest, dass es zwei „Fridolins“ gab, wohl einen Ganter und eine Gans (das ist das Weibchen). Doch wer ist wer? Bildervergleiche ergaben, dass die dunkler gefiederte Gans der „Fridolin“ wäre. Aber wie der Stadtschrei(b)er im September des gleichen Jahres erfuhr, ist es ein Weibchen, also „die Fridolina“.

Erfahren hatte dies der Stadtschrei(b)er von Sebastian von der WallerSeeAlm, als sich an einem schönen Herbsttag Fridolin und Fridolina, wieder einmal, am Futtertopf bei Sebastian einfanden. Sebastian, eine Handvoll gekochten Mais aus dem Glas Fridolina hinhaltend, erzählte:

Ex-Fridolin, richtiger Fridolina, hatte ihr Zuhause am Sirtinger Weiher. So nennen die Einheimischen den Sighartsteiner Weiher in Neumarkt. Dem Vernehmen nach hieß es, ex-Fridolin, die Fridolina, sei dort jemanden mit ihrem fröhlichen, aber auf Dauer doch recht durchdringenden Geplauder – manche nennen es Geschrei – auf die Nerven gegangen. Bei Nacht und Nebel soll die „Transplantation“ vom Sirtinger Weiher in den Wallersee stattgefunden haben, wohl im Frühling 2020.  Fridolina hüllt sich in Geschnatter, wenn es um die Frage geht, wie sie zum Sirtinger Weiher gelangt war. Flucht vor dem Kochtopf?

Sebastian Gschwendtner von der WallersSeeAlm am Yacht-Hafen bei der Handfütterung von Fridolina, ex-Fridolin, September 2021

Jedenfalls begann sich Sebastian um die Pommerngans zu kümmern. Als es Winter 2020 wurde, „buchte“ Sebastian einen Stall in der „Rieger Ranch“ in Pfongau, wo ex-Fridolin, Fridolina, überwinterte. Ja und im Frühjahr 2021 spendete dann jemand aus Mattighofen, wenn es der Stadtschrei(b)er richtig verstanden hatte, den echten „Fridolin“. Dabei wurden auch die wahren Geschlechter bekannt.  Seither sind die beiden ein unzertrennliches Paar.

Es wird für immer ein Geheimnis bleiben, was hier Fridolina (rechts) ihrem Mann schnatterte, ehm erzählte.

Mittlerweile hatte Fridolina aus der Hand von Sebastian gefressen, während Fridolin etwas skeptisch hinter ihr abwartend stand. Nein, er fräße noch nicht aus seiner Hand, erzählte Sebastian. Das wird noch dauern.

Einer der seltenen Augenblicke, in denen Fridolin (links) und Fridolina gemeinsam ein Nickerchen hielten.
Denn normalerweise wachte Fridolin über den Schlaf „seiner Fridolina“.

Übrigens, zum Badsaisonende hin wurden die beiden Pommerngänse dann ganz schön keck. Während manche Badegäste im Wallersee schwammen, ließen sich die beiden Pommerngänse (ja hier sagt man dann wieder „Gänse“) auf deren Decken nieder. Unter Geschnatter (oder war es doch Geschrei?) wurden sie dann wieder vertrieben. Mit mäßigem Erfolg. Sie watschelten in aller Ruhe weiter zwischen Decken und Kühltaschen Futter suchend über die Liegewiese.

Mehr Bilder

75 an der Zahl aus den Jahren 2020 und 2021 gibt es unter diesem Link noch zum Anschauen.

Seelenruhig wird da zwischen den Badegästen gefressen. Sommer 2021.

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