Immense Waldschäden im Steinbachtal

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Links stand ein Hochstand an der Straße. Der Wald besteht de facto nicht mehr.

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 11. Juli 2021 | Nach einem schweren Hagelunwetter am Abend des 22. Juni 2021, das über den Norden des Flachgaus hinweg zog, bot sich im Steinbachtal (zwischen Agspalterer in Wertheim und Kienberg in Neufahrn) in Neumarkt am Wallersee ein Bild der Verwüstung. Teile des Waldes waren vernichtet, bei einem Lokalaugenschein am 10. Juli 2021 lag bereits sehr viel Holz geschlichtet am Straßenrand und in den Wäldern waren an mehreren Stellen Forstarbeiter mit Rodungsfahrzeugen tätig. Die Straße war am 10. Juli offiziell noch gesperrt, doch fuhren einige Fahrzeuge trotzdem.

Gefühlt ein Viertel des Waldbestandes ist kaputt

Wenn man von Haslach bei der Rinnerthaler Säge ins Steinbachtal einbiegt steht man beim Agspalterer immer noch – 10. Juli 2021 – vor einer Straßensperre. Doch zum Unterschied vom 23. Juni 2021, einem Tag nach dem verheerenden Hagelunterwetter, war die Straße selbst von den umgestürzten Bäume bereits freigeräumt. Doch davon sieht man beim Agspalterer noch nichts, wie überhaupt dort Wald und Wiese friedlich unbeschädigt zu sehen sind.

Dieser Baum lag am 23. Juni 2021 noch über die Straße, am 10. Juli war sie bereits frei.

Doch geht oder fährt man mit dem Rad einen Kilometer weiter bis zum ehemaligen Forsthaus so verändert sich das Aussehen des Waldes radikal. Dort, wo am 23. Juni beim Forsthaus noch ein Baum die Straße blockierte, führt rechts eine Brücke in den Wald. Hier ist eine Fläche von gut 100 x 100 Meter mit geknickten Bäumen. Fährt man 200 Meter weiter, wo bei einer kleinen Brücke links ein Hochstand stand, sieht man eine etwa 200 Meter lange Lücke im linken Wandrand. An einem Punkt hatte der Sturm sogar eine regelrechte Schneise in den Wald gefräst.

Kurz nach der Brücke mit dem Hochstand links – hier stand bis 22. Juni 2021 ein Wald!

Doch dann geht es nur mehr an Waldlichtungen, geschaffen durch den Sturm, und bereits riesigen Holzstapeln vorbei in Richtung Jägerwiese – Brunnen. Entlang dieser etwa 900 Meter langen Strecke erkennt man teilweise überhaupt keinen Wald mehr. Noch immer liegen hier Baumstämme kreuz und quer, obwohl sogar am Samstagnachmittag, an dem der Stadtschrei(b)er mit dem Fahrrad dort unterwegs war, an mehreren Stellen maschinell an der Beseitigung der Bäume gearbeitet wurde.

Baumriesen liegen wie geknickte Zahnstocher umher.

Kurz unterhalb der Jägerwiese gab es linker Hand einen Wald mit stolzen, hohen Bäumen. Blickten man zu ihnen hinauf, schimmerte zwischen den Baumwipfeln der meist blaue Himmel. Am Samstag, den 10. Juli 2021, fand der Stadtschrei(b)er nur mehr ein Häuflein stehender Bäume vor. Viele waren Opfer des Sturmes geworden.

Kurz vor der Jägerwiese der ehemalige Wald links der Straße.

Der Parkplatz und die Jägerwiese gleichen einem riesigen Holzlager obwohl noch wohl mehr als die doppelte Menge in den umliegenden Wäldern liegen. Auch oberhalb des Forstweges, der bei der dortigen Steinbachbrücke beginnt, klaffen Lücken im Wald. Überall sieht man geknickte Bäume. Auffallend ist, dass sehr viele Bäume offenbar Flachwurzler waren und leichte Opfer des Sturmes geworden waren.

Holz an der Jägerwiese wohin man auch sieht.

Aber die Waldschäden ziehen sich noch weiter den Aubach über 1,2 Kilometer entlang, der weiter südlich seine Quelle hat. Erst auf dem höchsten Punkt der Straße zwischen Agspalterer und Kienberg (rund 640 m ü. A.) hören die Waldschäden auf und nichts erinnert dann weiter unten an diesen Sturm im Juni 2021. Doch kurz vor diesem höchsten Punkt öffnen sich abermals ganz Hänge als neue Waldlichtungen. Mag sein, dass davon bereits durch Vorjahresstürme hier Lücken entstanden waren. Jedenfalls ist dieser Wald zwischen dem ehemalige Forsthaus und der Höhe Kienberg nicht mehr jener Wald, den wir alle kannten. Es wird Jahrzehnte dauern, bis er wieder jener Schmetterlingwald sein wird, der er bis Juni 2021 war.

Alle Bilder auf meiner Bilderplattform siehe diesen Link.

Riesige Waldlichtungen sind entstanden.
Aufräumarbeiten im Wald.
Riesige, entwurzelte Bäume liegen neben der Straße.
Überall stapeln sich Holzstämme am Strandrand.
Überall Schneisen der Verwüstung.

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