Die beiden Ölgemälde der Sieben Heiligen Zufluchten in Neumarkt am Wallersee

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Sieben Heiligen Zufluchten von Benedikt Werkstätter
Die Sieben Heiligen Zufluchten von Benedikt Werkstätter, 1770 entstanden.

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 31. Oktober 2019 | Neumarkt war der Geburtsort von mehreren bedeutenden Künstlern, darunter Paul Mödlhammer (* 1680; † 1743), Johann Sebastian Eberl (* 1710; † 1770) oder Johann Benedikt Werkstätter (* 1707; † 1772), ein Maler des Spätbarocks. Werkstätter hinterließ Neumarkt eines der beiden Ölgemälde der Sieben Heiligen Zufluchten.

„Die Sieben Heiligen Zufluchten“ von Johann Benedikt Werkstätter

Benedikt Werkstätter wird als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten aus Neumarkt am Wallersee gesehen. Er wurde 1755 zum Kammerportier und Hofmaler ernannt. Mit dem Salzbergwerk- und Salinenbilderzyklus in Hallein malte er ein wichtiges Zeugnis der Industriemalerei des Spätbarocks. Diese 72 Bilder befinden sich in den Fürstenzimmern in der ehemaligen Salinenverwaltung, dem heutigen Keltenmuseum. Er hatte auch eine große Ansicht der Stadt Salzburg gemalt, die sich im Schloss Mirabell befand. Diese und seine Altarbilder in der St.-Sebastians-Kirche verbrannten jedoch beim großen Stadtbrand 1818.

Das 1770 geschaffene Ölgemälde Die Sieben Heiligen Zufluchten hing von 1985 bis 2019 in der Friedhofskapelle in Neumarkt. Derzeit (Oktober 2019) ist es zur Restaurierung abgehängt. Das Bild zeigt die Sieben Heiligen Zufluchten: die Heiligste Dreifaltigkeit, Jesus Christus am Kreuz, Jesus im Altarsakrament, die Gottesmutter Maria, die Engel, die Heiligen und die Armen Seelen; diese waren in der Barockzeit ein beliebtes Bildmotiv und ein besonderer Ausdruck der Frömmigkeit. Unter Jesus am Kreuz kann man den heiligen Josef sehen (Patron der Sterbenden, mit der Hacke) sowie den hl. Rupertus, den Salzburger Landespatron, mit dem Salzfass sehen. Eine bemerkenswerte Szene hatte Werkstätter links unten dargestellt: Ein Erzengel zieht eine arme Seele aus dem Fegefeuer.

Neufahrner Sieben-Zufluchten-Bild
Das Neufahrner Sieben-Zufluchten-Bild in der Filialkirche zur heiligen Maria Magdalena in Neufahrn

Sieben Heilige Zufluchten in der Filialkirche in Neufahrn

In der Neumarkter Filialkirche zur heiligen Maria Magdalena in Neufahrn hängt ein weiteres Sieben-Heilige-Zuflucht-Bild von einem unbekannten Künstler. Es ist ein originelles Beispiel der Volksfrömmigkeit, als Kurzformel des Glaubens in den Notzeiten des 17. Jahrhunderts im gläubigen Volk entstanden: die Andacht zu den sieben heiligen Zufluchten. Das Bild ist eine Komposition folgender Motive:

Ganz oben schwebt zwischen Gott Vater und seinem Sohn Jesus der Heilige Geist. Links darunter wird Jesus Christus der Gekreuzigte dargestellt, neben ihm, in der Mitte des Bildes, das Heiligste Sakrament des Altars, der Hostienkelch. In blauer Kleidung schräg rechts darüber kniet Maria und neben ihr Josef. Unter Jesus dem Gekreuzigten stehen drei Erzengel (Gabriel mit dem Lilienstab), Michael (mit Waage und Schwert) und in blauer Pilgertracht Raphael. Dieser zieht gerade einen im Fegefeuer Leidenden heraus. Im rechten Teil ab der Mitte sieht man den Pestheiligen Sebastian (mit drei Pfeilen im Oberkörper), den heiligen Franz von Assisi im Ordenskleid und neben ihm der hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind im Arm.

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