Weihnachtskrippen Neumarkt Teil 2 die historische Pfongauer Landschaftskrippe

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Die rot-schwarz gekleidete Soldaten zu sehen, die mit ihrer eigenartigen Kopfbedeckung an die radikalen Jakobiner während der Französischen Revolution erinnern. Rechts mit grünem Hut der Salzburger Hanswurst.

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 2. Jänner 2019 | Am Samstag, den 5. Jänner 2019 werden wieder die Heiligen Drei Könige in der besonders sehenswerten historischen Landschaftskrippe in der Pfongauer St.-Martins-Kirche aufgestellt werden. Doch mehr zu dieser Veranstaltung mit Führung und Orgelmusik am Ende dieses Beitrags. Zunächst einmal geht es um die Pfongauer Weihnachtskrippe.

Bethlehem und Salzburger Almlandschaft

Salzburger Landschaft im rechten Krippenteil.

In der Kirche, deren Wurzeln bis um das Jahr 700 nach Christus zurückreichen, kann man in der Weihnachtszeit eine Kostbarkeit ersten Ranges erleben: die prachtvolle Pfongauer Weihnachtskrippe, die drei Meter breit, 1,80 Meter hoch ist und über 150 Figuren zeigt. Sie ist eine historische Landschaftskrippe mit orientalischen und salzburgischen Elementen.

Der Krippenberg besteht aus drei Etagen: In der Mitte ist ein Palast zu sehen, darüber ein Tempel. Beides deuten auf den nahöstlichen Originalschauplatz des Geschehens hin. Links und rechts hingegen kann man Landschaften und Häuser aus unserer Heimat sehen. Ganz unten der Stall mit der Heiligen Familie. Durch die Landschaften links und rechts verlaufen insgesamt zehn Meter Wege.

Die Entstehungszeit ist nicht genau bekannt

Die Landschaftskrippe zeigt sich noch heute in ihrem Originalzustand und soweit bekannt, stand sie auch immer an demselben Platz, an der rechten Seitenwand beim Altar.

Audienz beim Jesuskind. Die Weisen aus dem Orient knien vor ihm nieder.

Die Figuren stammen aus drei Epochen: Salzburger Wachsfiguren vom Anfang des 18. Jahrhunderts, barocke Schnitzfiguren aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie Nazarener Holzfiguren aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Insgesamt mehr als 150 Figuren in teilweise sehr schöner und detaillierter Kleidung sind zu sehen. Sie tragen größtenteils noch ihre barocke Kleidung, die aufgrund der Stoffe und Verarbeitung aus einem Salzburger Frauenkloster stammen könnte. Besonders die drei Weisen sind prunkvoll gekleidet. Manchen Figuren sieht man allerdings an, dass sie eine andere Funktion hatten und wohl als Spielzeug gedient hatten.

Es gibt rot-schwarz gekleidete Soldaten zu sehen, die mit ihrer eigenartigen Kopfbedeckung an die radikalen Jakobiner während der Französischen Revolution erinnern. Möglicherweise ein Hinweis auf ihre Entstehungszeit zur Zeit der Franzosenkriege 1800-1801 sowie 1805. Auch Neumarkt war nicht von den Folgen der französischen Besatzung verschont geblieben.

Brauereiwagen, ein nickender Uhrmacher und der Salzburger Hanswurst

Aus dem Wirtschaftsleben vergangener Jahrhunderte.

Eine Besonderheit der Pfongauer Krippe ist die Darstellung des Wirtschaftslebens. Handwerke, Werkzeuge, sogar einen Webstuhl gibt es, Fuhrwerke, die Bierfässer den Krippenberg hinauf befördern, ein Metzger zerkleinert ein Schwein, ein Jäger und Polizist sowie Tiere sind zu sehen. Die unbekannten Figurenkünstler hatten aber auch eine Portion Humor in die Krippe verpackt. Da steht auf einem Schild „50 Gulden Straf“ und die Figur des Uhrmachers kann minutenlang ihren Kopf auf und ab bewegen, als wolle sie ihren Betrachtern freundlich zunicken. Auch der Salzburger Hanswurst hat sich unter das Volk gemischt.

Vor dem Hintergrund einer Salzburger Häuserlandschaft reiten die Heiligen Drei Könige zur Krippe. Alle Figuren tragen prachtvolle Gewänder und sind im Detail sehenswert.

Die Pfongauer Weihnachtskrippe könnte auch als Wechselkrippe verwendet werden. Es steht nämlich auch noch ein Festsaal zur Verfügung, in dem die Hochzeit von Kana in Galiläa dargestellt werden kann. Figuren einer Hochzeitsgesellschaft samt sechs Steinkrügen können darin aufgestellt werden. Aber diese Möglichkeit wird schon lange nicht mehr benutzt.

Alpenländische Trachten.

Früher war es Brauch…

Jahrzehntelang gab es im Anschluss an die Sonntagsmesse in der Weihnachtszeit einen Brauch. Man bezog die Kinder in das biblische Geschehen insofern mit ein, als dass sie am Hochzeitsessen bei der Krippe teilnehmen konnten. Dazu schenkte die Mesnerin Maria Fürböck jedem Kind einen frisch gebackenen kleinen Hochzeitskuchen.

Bedeutung der Weihnachtskrippe für die Pfongauer

Die Pfongauer Weihnachtskrippe stellt ein wertvolles Stück Salzburger Kulturgeschichte dar. Den Bewohnern der Ortschaft Pfongau war und ist es immer noch ein großes Anliegen, trotz der Mühen des Aufbaus der Häuser und vielen Figuren, ihre Krippe sorgfältig auf- und wieder abzubauen.

Geschichte und Musik am Samstag, den 5. Jänner 2019

Am Samstag, den 5. Jänner 2019 bietet Prof. Franz P. Enzinger um 14 Uhr eine Führung in der Filialkirche zum hl. Martin an.  Der Organist aus Pfongau Martin Hölzl wird auf der neu renovierten Mauracher-Orgel spielen und der „Kirchen-Vater von Pfongau“ Johannes Hager wird die Heiligen Drei Könige in die Landschaftskrippe einreiten lassen.

Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden für die Krippe erbeten.

Weitere Bilder von der Pfongauer Weihnachtskrippe auf meiner Bilderplattform unter diesem Link.

Die rot-schwarz gekleidete Soldaten zu sehen, die mit ihrer eigenartigen Kopfbedeckung an die radikalen Jakobiner während der Französischen Revolution erinnern. Rechts mit grünem Hut der Salzburger Hanswurst.
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