Sakrale Kunst und Erotik: Werke von Johann Weyringer in der Burg Tittmoning

Gepostet am Aktualisiert am

Blick des Künstlers Johann Weyringer zum Himmel während der Vernissage: was mag er wohl gedacht haben?

Bayern | Rupertiwinkel | Tittmoning | Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 9. Mai 2017 | Der Burghof der altehrwürdigen Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe in Tittmoning im bayerischen Rupertiwinkel füllte sich mit Menschen. Nein, es standen weder eine Hinrichtung noch eine Rückkehr der Stadt Tittmoning ins Salzburger Erzstift auf dem Programm. Es war die Einladung am 7. Mai 2017 zur Vernissage der Ausstellung „Mythos – Sehnsucht – tiefer Glaube“ des Salzburger Künstlers Johann Weyringer aus Neumarkt am Wallersee, die Freunde und Interessierte von weit her lockte.

Alle Bilder von der Vernissage … unter diesem Link.

Tittmoning und Golling an der Salzach mit Neumarkt am Wallersee dazwischen

Resi und Konrad Schupfner mit Dr. Anna-Maria Eder in der Mitte

Der Bürgermeister der Stadt Tittmoning, Andreas Schupfner, ist seit Anfang Mai 2017 Präsident der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein. Er erklärte den rund 200 Gästen, wie es durch ein Interreg-Projekt von Golling an der Salzach und Tittmoning zu dieser Ausstellung gekommen ist: „Zusammenrücken und Zusammenarbeit“ seien die Grundlagen für solche Veranstaltungen und weil jetzt gar so viele Besucher erschienen waren, wollte der Bürgermeister wohl schon „zusammenrücken“, aber in den Ausstellungsräumen wäre es trotz des Willens dazu zu eng geworden. Also verlegte er die Eröffnung in den Burghof unter freien Himmel. Man kann darüber sinnieren, ob es die geistige Beziehung des Künstlers zu den Wettermachern im Himmel, ob es neugieriges Interesse von Petrus am Himmelstor oder schlicht und einfach ein „Regenloch“ war – jedenfalls blieb es am Sonntagvormittag trocken.

Doch zurück zur Entstehung der Ausstellung. Konrad Schupfner fuhr auf Vermittlung der Neumarkter Museumsleiterin Ingrid Weydemann vor etwa einem Jahr nach Neumarkt ins Atelier von Weyringer. „Völlig unvorbereitet“ wie er zugab und umso größer war sein Erstaunen nach einem Spaziergang durch den Skulpturengarten und das Atelier des Künstlers. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und so kam es zu dieser Ausstellung, fachkundig kuratiert durch Dr. Anna-Maria Eder vom Atelier Weyringer und den Tittmoninger Kulturreferenten Josef Wittmann.

Während nun in der Burg Tittmoning Werke des Johann Weyringer zu sehen sind, findet zeitgleich eine Ausstellung der Tittmoninger Künstlerin Inge Kurtz im Museum in der Burg von Golling statt.

von links: Arch. Mag. Johann Weyringer, Anton Kaufmann (Bürgermeister der Marktgemeinde Golling an der Salzach), Dr. Anna-Maria Eder (Kuratorin der Ausstellung), Konrad Schupfner (Bürgermeister der Stadt Tittmoning), Ingrid Weydemann MAS (Museum Fronfeste Neumarkt am Wallersee) und DI Adolf Rieger (Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee)

Bürgermeistertreffen

Bürgermeister Schupfner freute sich seine Amtskollegen aus Neumarkt am Wallersee, DI Adolf ‚Adi‘ Rieger und Anton ‚Toni‘ Kaufmann aus Golling an der Salzach begrüßen zu können. Und irgendwie passten die Worte des Neumarkter Bürgermeisters zum Ort der Vernissage. Adi Rieger erzählte nämlich davon, dass die Stadtgemeinde Neumarkt Johann Weyringer die Ehrenbürgerschaft verleihen will. Doch an welchem Ort? Eine Persönlichkeit wie Weyringer „kann man nicht einfach in unserem Festsaal die Ehrenbürgerschaft verleihen“ so Rieger. Also erhält er sie in Rom in der Kirche Santa Maria dell’Anima unter dem Glasfenster, das den emeritierten Papst Benedikt XVI., Ehrenbürger Tittmonings, als Portrait zeigt. Geschaffen hatte Weyringer dieses Werk vor drei Jahren. Weil der Vatikan für die diesjährige Fronleichnamsprozession die Trachtenmusikkapelle Neumarkt nach Rom eingeladen hatte, bietet sich eben ein außergewöhnlicher Rahmen für die Verleihung. Und in Tittmoning gaben ein mächtiger Baum in der Mitte des romantischen Burghofes und die alten Gemäuer ebenfalls einen ungewöhnlichen, aber würdigen Rahmen für die Vernissage. Ja „der Weyringer“ ist halt‘ etwas Besonderes!

Blick in die Ausstellung

Erotik und Glaube des Künstlers

Für die Tittmoninger Besucher war es vielleicht etwas überraschend, wir Neumarkter – ja es war eine Abordnung erschienen – mussten nur wieder einmal über die Worte „unseren Weyringer“ schmunzeln. Wie er denn die Sache so mit seinem tiefen Glauben auf der einen Seite und seinen freizügigen, erotischen Werken auf der anderen sähe, wurde Weyringer von Kulturreferent Wittmann gefragt. „Das ist jetzt aber eine hundige Frage“ antwortete der Künstler und sinngemäß weiter: …ich habe drei Jahre im Roma-Club in Salzburg gemalt, das ist ein Buff. Das Weibliche, das gehört einfach zu mir, das brauche ich ebenso wie meinen Glauben… Und dieser von ihm tief empfundene Glaube zeigt sich dann beispielsweise in der Tuschzeichnung „Franz von Assisi auf Lampedusa“, die in der Ausstellung zu sehen ist. Dort hängen auch Aphrodite, das „Mädchen und der Tod“ an der Wand, die Landschaft Namibias mit Giraffen- und Elefantenmotiven, Blumenlithografien, Landschaftsaquarelle oder ein Acrylbild, das den von einem Adlerengel beschützten Südtiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer aus einem Zyklus von 1997 zeigt. Ein Christophorus-Riese begrüßt die Besucher im Treppenhaus des Fürstenstocks. Ja und die erwähnte Bordell-Malerei, ein großformatiger Gruppenakt „Drei Damen der Königin der Nacht“, ist im Carabinierisaal zu sehen.

Aber besuchen Sie doch selbst einmal die Ausstellung, die noch bis 9. Juli 2017 in der Burg von Tittmoning zu sehen ist!

von links: Univ.-Doz. Dr. Franz Schausberger (Vorsitzender des Vorstands der Gemeinnützigen Stiftung Institut der Regionen Europas in Salzburg), DI Adolf Rieger (Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee), Salzburger Landtagsabgeordneter Hofrat Dr. Josef Schöchl und Konrad Schupfner (Bürgermeister der Stadt Tittmoning)

Wer war noch da?

Bei der Ausstellungseröffnung am 7. Mai 2017 waren viele Persönlichkeiten aus Salzburg anwesend: Landtagsabgeordneter Hofrat Dr. Josef Schöchl, Professor Helmut Mödlhammer mit Gattin Irmi, Bezirkshauptmann Salzburg-Umgebung vulgo Flachgau, Hofrat Mag. Reinhold Mayer, Univ.-Doz. Dr. Franz Schausberger mit Gattin Maga Heidemaria Schausberger-Strobl, Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee DI Adolf Rieger mit Dr. Eva Maria Enzinger, Bürgermeister der Marktgemeinde Golling an der Salzach Anton Kaufmann, Stadtrat in Neumarkt Johann Sommerer, Professor Franz Paul Enzinger und OSR Ludwig Gishamer (beide ebenfalls aus Neumarkt am Wallersee), Verlegerin und Autorin Erika Scherer aus Rauris, Dkfm. DDr. Richard Schmidjell.

Von links: mit Hut Bezirkshauptmann Salzburg-Umgebung vulgo Flachgau, Hofrat Mag. Reinhold Mayer, neben ihm Professor Franz Paul Enzinger und OSR Ludwig Gishamer (rechts)

Aus Tittmoning waren Andreas Schupfner, Bürgermeister der Stadt Tittmoning sowie der 2. Bürgermeister der Stadt Tittmoning Andreas Bratzsdrum,  der Kulturreferent der Stadt Tittmoning Josef Wittmann und Waltraud Jetz-Dieser vom Gerbereimuseum  dem Stadtschrei(b)er bekannt (Aufzählung unvollständig, da der Autor dieses Absatzes vor allem die bayerischen Persönlichkeiten nicht kannte).

Musikalisch umrahmt wurde Veranstaltung von Josef Irgmaier mit kurzen Klavierstücken die sich thematisch an Weyringers Bildern orientierten.

Information

Die Ausstellung ist bis 9. Juli immer mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Ein geführter Rundgang wird am 25. Juni um 15 Uhr angeboten. Führungen für Gruppen können auf Anfrage bei der Tourist-Info im Rathaus (Tel. 08683/7007-10) vereinbart werden.

Mehr über Tittmoning, das übrigens immer einen Ausflug wert ist! … auf der Homepage der Stadt.

Blick in den Burghof
Arch. Mag. Johann Weyringer (links) mit Josef Wittmann (Kulturreferent der Stadt Tittmoning)
Blick in die Ausstellung
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