Der Karlwirt: Gerüchte, Wahrheit – ein Schnitzel als Test

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Salzburger Land | Neumarkt am Wallersee |  „Tote Hunde tritt man nicht“ sagt ein Sprichwort und daher wird viel über den neuen Karl-Wirt, also den Wirt des Karlwirts, gemunkelt. Und da der Stadtschrei(b)er ja nicht taub ist, hat auch er die Gerüchte gehört. Ist den Neumarktern ja doch ein wichtiges Dorfwirtshaus. Viele haben sich wieder einen „bodenständigen Wirt“ und „ewig schade um den schönen Gastgarten“ lamentierten manche im Frühling vor dem geschlossenen Wirtshaus.  

„Wo Informationen fehlen, wachsen die Gerüchte.“

Das sagte der italienische Schriftsteller Alberto Moravia (* 1907, † 1990). Also machte sich der Stadtschrei(b)er auf, Informationen zu sammeln und testete eines seiner Lieblingsgerichte – ein Wienerschnitzel. Weil der Stadtschrei(b)er ein sparsamer Mensch ist, ging er am Schnitzeltag, den Montag, zum Karlwirt.

Montag ist Schnitzeltag

Jeden Montag gibt es den ganzen Tag um € 6,50 ein Wiener Schnitzel, paniert und in Butterschmalz gebacken, mit Petersilienkartoffeln, dazu Zitronenscheibe und ein Schälchen Preiselbeeren (nicht einfach auf den Teller geklatscht!) und einen frischen Salatteller. Jetzt, natürlich ist der Teller frisch gewaschen, der Stadtschrei(b)er meint damit die Salate selbst, die sind frisch: Kartoffelsalat, Radieschen, Gurken, Karotten, Tomaten, alles wird in der Küche täglich frisch zubereitet. Einzig der Mais stammt aus der Dose. Gott sei Dank, weil mit dem Maiskolben-Abnagen hat es der Stadtschrei(b)er nicht so.

Hinterlistig wie der Stadtschrei(b)er sein kann, legte er das Schnitzel auf eine saugfähige Serviette, um den Fettgehalt der Panier zu überprüfen. Doch die Serviette blieb bis auf Ansätze – und die sind ja gewünscht – fettfrei.

Wirt Günter Helm (links) im Gespräch mit Pfarrer Dr. Michael Max bei der Eröffnung am 8. Juni 2016

Zugegeben, es ist eine Momentaufnahme

Vom schattigen Gastgarten aus kann, ja soll, der Gast auch einen Blick in die saubere Küche werfen und kann sich selbst davon überzeugen, dass alles frisch zubereitet wird. Klar, der Stadtschreiber hat nur ein Schnitzel gegessen. Aber das war gut im Geschmack, hatte keine Flachsen, den Stadtschreiber wahrlich satt gemacht und auf der Rechnung stand tatsächlich „€ 6,50“.

Ja, Anfangsfehler mag es gegeben haben – wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Aber wichtiger ist, dass der Wirt Günter Helm die Probleme löste und sich ehrlich reinhängt, um aus dem Karlwirt wieder einen weiteren Neumarkter Treffpunkt zu machen.

Und wie läuft so der montägliche Schnitzeltag? Letztens sollen 140 Schnitzel an einem Montag die Küche verlassen haben, paniert und – natürlich – gerüchteweise!

Gasthof und Gastgarten am 11. August 2016 im spätnachmittäglichen Licht

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