„Mādar“ – Mutter Sandra und ihre afghanischen „Kinder“

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Vor dem Essen. Stehend links Mohammed, der schon ganz gut Deutsch spricht und als Dolmetscher half

Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | Im Seppengut in Haslach wohnen seit 23. Dezember 2015 zehn, seit Mitte Jänner 2016 elf junge Afghanen. Sandra Krizmanic-Hütter von der „Plattform Neumarkt für Menschen“ schaut seither ein wenig auf die Burschen. Sie fährt mit ihnen einkaufen, besucht sie im Seppengut, fragt nach, ob sie Unterstützung benötigen und erklärt ihnen, wie man in Österreich lebt.

Österreichische Gastfreundschaft

Nach dem Essen. Spielerisch Deutsch lernen

Na ja, das mit dem Erklären geht noch nicht so, wie es sich Sandra Krizmanic-Hütter vorstellt – noch sprechen die Burschen wenig Deutsch. Vier ehrenamtliche Deutschlehrer der Plattform bemühen sich den Afghanen unsere Sprache beizubringen. Und damit die Burschen etwas Übung im Sprechen und Einführung in unsere Lebensart erhalten, organisierte Sandra Krizmanic-Hütter zusammen mit ihrer Mutter Sonja Hütter ein Backhendl-Essen für die Afghanen aus dem Seppengut. Das fand heute, am 14. Februar 2016, statt. Nein, den Valentinstag wollten sie ihnen nicht erklären, zählt doch dieser nicht wirklich zu den althergebrachten Bräuchen in unserem Lande. Schon eher die österreichische Gastfreundschaft, lädt man doch sonntags gerne Freunde zum Mittagessen ein.

Wie heißt Backhendl auf Afghanisch?

Bei Backhendl, Gurken- und Kartoffelsalat sowie Semmeln, Preiselbeeren, Hollersaft und erfrischendem Neumarkter Quellwasser versammelten sich alle samt Mohammed als Dolmetscher in der Wohnung von Krizmanic-Hütter. Alle praktischen Dinge rund um so ein Mittagessen wurden geduldig den jungen Afghanen erklärt: Glas, Teller, Semmel, Salat, Saft … Und wir Österreicher wurden im Gegenzug darüber aufgeklärt, wie das alles in der paschtunischen Sprache und in Dari heißt – den beiden gängigen Sprachen in Afghanistan. Übrigens, Hühnerfleisch wird in Afghanistan sehr selten gegessen, ist aber nicht unbekannt. Jedenfalls schmeckte es allen.

Nach dem Essen gab es Tee und spielerisches Deutschlernen. Mit entsprechenden Sprachspielen und einfachen Bilder-Büchern wurden Nüsse, Käse (den es in Afghanistan nur in anderer Art gibt), Wassermelone, Beeren und … Feuerwehr und andere Begriffe erklärt. Die Afghanen wiederholten die gehörten Worte und auch eine spätere Abfrage brachte erfreuliche Ergebnisse des sich-gemerkt-haben. Sie sind intelligent, der eine besser sprachbegabt, der andere tut sich eben etwas schwerer.

Mādar – Mutter Sandra ließ sich einige Dinge, die ihr wichtig waren, durch Mohammed übersetzen. Nicht, dass die jungen Leute unwillig wären, unsere Kultur kennenzulernen, aber es ist eben doch vieles neu und unterschiedlich zu ihrer bisherigen Kultur. Da braucht es halt noch Zeit und viel Geduld für Mādar Sandra. Aber denken wir einmal an unsere Kinder. Manche brauchen auch etwas länger bis sie erwachsen werden und die Mutter brauchen sie sowieso immer wieder.

Die Hendlknochen und Erdnussschalen ordentlich auf Tellern gesammelt, den Tisch sauber gemacht, aufgeräumt und sich auf Deutsch bedankt haben sie sich alle bei Sandra Krizmanic-Hütter und ihrer Mutter Sonja Hütter. Danke mādar Sandra!

Links Sonja Hütter und Sandra Krizmanic-Hütter, die Gastgeberinnen

 

der Rest der Bande
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