Cäcilia-Konzert mit Untersuchungen, Walzer und Weltreisen

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Robert Eppenschwandtner erinnert sich an die drei Musikanten in seinen Reihen, die schon zu seiner Erstkommunion musiziert hatten

In Neumarkt am Wallersee sind die Cäcilia-Konzerte der Trachtenmusikkapelle immer unterhaltsam – in jeder Hinsicht. Am Samstag, den 28. November 2015, fand die 51. Auflage dieses Konzertes statt zu Ehren der heiligen Cäcilia von Rom, der Schutzpatronin – ja wovon oder von wem eigentlich?

Alle 72 Bilder hier unter diesem Link.

Die Cäcilia, die Heilige

Werfen wir einen kurzen Blick zurück in die dunkle Zeit der Christenverfolgung in Rom. Cäcilia lebte Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus, soll sehr hübsch gewesen sein und hatte geholfen, von den Römer umgebrachte Christen zu begraben. Dabei entdeckt, wurde sie abgeführt und in ein kochendes Bad gesetzt. Doch der Cäcilia war nur kalt. Also versuchte der Henker drei Mal ihr den Kopf abzuschlagen. Aber die „hals-starrige“ Cäcilia überlebte auch diese Attacke, wenngleich schwerverletzt. Bis sie dann doch drei Tage später starb, bekehrte sie noch fleißig die Menschen zum katholischen Glauben. Nun ja, selbst die Amtskirche hat bis heute noch keine handfesten Beweise, dass die Gute auch tatsächlich gelebt hatte. Macht aber nix, sie ist trotzdem die Patronin der Kirchenmusik, der Organisten, Orgelbauer, Instrumentenmacher, Sänger, Musiker und Dichter.

Die Neumarkter MusikerInnen waren untersucht worden

Die beiden Hauptakteure, Robert Eppenschwandtner und Florian Lerchner, hatten dieses Jahr nur „österreichische“ Komponisten in ihrem Repertoire. Na ja, im Sinne der österreichischen k.u.k. Vergangenheit betrachtet, war doch der ungarische Konzertmarsch „Kinizsi“ vom in Prag geborenen Militärkapellmeister Julius Fučik, der unter anderem auch in Budapest, Ungarn, tätig war.

Führten durch das Programm: Michaela Holztrattner (links) und Stefanie Vogl

Aber am Anfang des durchaus abwechslungsreichen Programms standen der Einzugsmarsch aus dem „Zigeunerbaron“ und die Overtüre zur Operette „Prinz Methusalem“, beides von Johann Strauss Sohn. Durch das Programm führten erstmals die beiden Marketenderinnen Michaela Holztrattner und Stefanie Vogl. Stefanie verriet uns bei einer ihrer Ansagen, dass die Musiker von Neumarkt letzten Sommer zwei Tage bei ihrer befreundeten Trachtenmusikkapelle in Huben in Tirol waren. Dabei sollen angeblich die gastgebenden Musiker (und wohl auch Musikerinnen) von den Neumarkter Musikern (und wohl Musikerinnen) „untersucht“ worden sein. Die arme Stefanie verstand zuerst nicht, warum wir im Publikum uns so gut über ihre Ansage unterhielten. Aber dann korrigierte sie sich und meinte, „besuchten“.

Aber sie und Michaela machten ihre Ansagen gekonnt, zunächst ein bisschen aufgeregt, dann immer selbstsicherer – klar: das Publikum biss ja nicht! Und auch musikalisch ging es nach den Ehrungen verdienter, erfolgreicher Musiker und einer Pause munter weiter.

Roland Stiegler „war noch niemals in New York“

„Udo Stiegler war noch niemals in New York“

Musik fürs Glücklichsein von Gerald Oswald und mit Elefanten-Musik und Pistolenschüssen ging es „in 80 Tagen um die Welt“ – musikalisch natürlich in einem Arrangement von Otto M. Schwarz. Der als mystisch angekündigte „King Arthur“ (von Siegmund Adraschek) hörte sich irgendwie nicht ganz so mystisch an. In der letzten Nummer des Programms – „Birdland“ von Joe Zawinul – einer Hommage an den berühmten New Yorker Jazz Club „Birdland“, konnten die Zuhörer sich noch einmal vom hohen musikalischen Standard und dem breiten künstlerischen Musikangebot der Trachtenmusikkapelle Neumarkt überzeugen.

In der ersten Zugabe verwandelte sich der Tenorhorn-Bläser Roland Stiegler in Udo Jürgens und erklärte sehr überzeugend – mit Stimme und Ausdruck: „Ich war noch niemals in New York“. Ja, ein Reisebüro in Neumarkt würd‘ da jetzt Abhilfe schaffen können! Vor der letzten Zugabe „für die älteren Semester“ blickte Robert Eppenschwandtner in die Runde seiner Musiker und erinnerte sich: drei Musiker in seinen Reihen hatten schon zu seiner Erstkommunion musiziert, „die drei werden’s scho wissen“ meinte Eppenschwandtner und freute sich, genauso wie wohl alle Besucher, auf die nächste „Spielsaison“ der Trachtenmusikkapelle Neumarkt und das 52. Cäcilia Konzert 2016.

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