Oldtimertreffen in Pfongau mit viel Rattern, Knattern und Prominenz

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Fischwenger Oldtimertreffen Oldtimerfreunde Neumarkt am Wallersee
von rechts: Hans und Maria Fischwenger (BMW 500, BJ 1953), Andreas Fischwenger mit Sohn (Puch 250, BJ 1953) und Hannes Fischwenger (Puch 125 SV, BJ 1953) beim Oldtimertreffen der Oldtimerfreunde Neumarkt am Wallersee

Die Busunternehmer-Familie Fischwenger aus Irrsdorf kam gerade zwei- und dreirädig auf Puch und BMW mit Beiwagen angerauscht – alle Jahrgang 1953, die Motorräder; elegant, ja fast schwebend, bog Ernst Piëch mit seinem jahrgangsgleichen Austro Daimler (1929) in Begleitung zweier Mercedes Benz des Sighartsteiner Schlossbesitzers Baron Ernst von Gecmen-Waldeck auf das Ausstellungsgelände in Pfongau in der jungen Stadt Neumarkt am Wallersee ein. „Jung“ waren sie alle, die Automobile, die Motorräder und deren Besitzer. Der Oldtimer-Virus ist ja ein unheilbarer Zustand (keine Krankheit!) und grassiert seit Jahren unter den Organisatoren dieser Veranstaltung, den Oldtimerfreunden Neumarkt am Wallersee.

Alle Bilder der Veranstaltung siehe diesen Link.

„Was ist das?“ … „Des woas i a ned“

Josef Thaler aus Irrsdorf (Straßwalchen) mit einem Eigenbau-Traktor und dem „woas i a net“

Auf dem riesigen Oldtimer-Parkplatz reihten sich am Sonntag, den 21. Juni 2015, Traktoren aller Arten, Größen und Farben aneinander. So war Josef Thaler aus Irrsdorf mit einem Traktor Marke Eigenbau angeknattert gekommen. Dieser besteht aus einem Motor der deutschen Motorenfabrik Hatz, einem Getriebe eines Heuwenders und eines Opel Kadett, einer Lenkung von Puch und anderen Teilen. Hinten dran tuckerte unter starkem Rucken ein eigenartiger Motor. Auf die Frage was das sei, meinte Thaler „des woas i a ned“. Er hatte dieses Gerät bei einem Wiener Heurigen gekauft, wo es zur Stromerzeugung verwendet wurde. Das war dann wohl ein Wiener Heuriger mit Motorenklang und nicht mit Wiener Liedern.

Oskar Pointecker aus Mehrnbach bei Ried im Innkreis erstellt Handdrucke nach dem Buchdruckverfahren

Ein Kunstdrucker, zwei Klöpplerinnen, ein Speisen-servierender Bürgermeister a. D. und ein Amtierender

Neben dem Oldtimer-Parkplatz gab es einen Kunsthandwerksmarkt und eine Festhalle. Die Halle war der Veranstaltung entsprechend dekoriert. An den Seitenwänden hingen Bilder von Oldtimern, auf der Bühne waren ein Bentley Invicta 3-litre „Cordery“ mit 82 PS aus dem Jahr 1928 und das erste KTM-Motorrad, die „Moser R 100“ mit Rotax-Motor aus dem Jahr 1953 zu sehen. Aufgrund der kriegsbedingten, politischen Nachwehen konnte damals Trunkenpolz, das „T“ von KTM (noch) nicht seinen früheren Firmennamen „KTM“ führen, sondern war der Kompagnon von Moser.

Vor einem gelben Mercedes Lkw hatte Oskar Pointecker aus Mehrnbach bei Ried im Innkreis seinen Stand mit Handdrucken aufgebaut. Der gelernte Buchdrucker und Grafiker stellt Drucke nach altem Buchdruckerverfahren mit Klischees (das sind Metall- oder Kunststoffplatten, auf denen das zu druckende Motiv oder der Text drucktechnisch aufbereitet sind) her. „Der Vergangenheit Zukunft schenken – Oldtimertreffen Neumarkt am Wallersee 21. Juni 2015“ steht unter den farbigen Oldtimermotiven zu lesen.

Klöppeln
links Maria Mühlbauer aus Köstendorf, Anni Ensinger aus Straßwalchen, beim Klöppeln

Das alte Handwerk des Klöppelns hatte Maria Mühlbauer aus Köstendorf vor 30 Jahren wieder aufleben lassen. Seither finden immer mehr Mensched zu dieser aufwendigen, aber wunderbaren Handarbeit. So auch Anni Ensinger aus Straßwalchen – die beiden zeigten ebenfalls ihre Kunstwerke. Bis zu 200 Arbeitsstunden und manchmal sogar mehr stecken in den Tischdecken.

An der Gemeindegrenze treffen sie sich, die Bürgermeister

Während der Bürgermeister aus Straßwalchen, Fritz Kreil, fest der Überzeugung war, dass die Festhalle noch auf Straßwalchner, Steindorfer Gebiet stünde, servierte Dr. Emmerich Riesner, Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee außer Dienst, als Mitglied der Oldtimerfreunde frische Brathendl und Bier. Übrigens, die Festhalle stand doch noch auf Neumarkter Grund!

Bentley Invicta 3-litre „Cordery“ mit 82 PS aus dem Jahr 1928

Während sich gegen Mittag die Festhalle füllte, rollten draußen immer noch Perlen der motorisierten Steinzeit oder jedenfalls Frühzeit vor. Am Parkplatz konnte man unter anderem bestaunen: eine Isetta BMW (das Dreirädchen, bei dem die Türe samt Lenkrad und Armaturenbrett sich nach vorne öffnen lässt), ein Fiat 500 Topolino (wurde in den Jahren 1936 bis 1955 in drei Versionen produziert) , ein Mercedes Benz 170 DA Pickup, ein Ford Mercury Baujahr 1949, historische Feuerwehrfahrzeuge und Unimogs. Die Motorradpalette reichte von Puch über BMW und KTM zu anderen Marken.

Ernst Piëch, der Enkel von Ferdinand Porsche, neben seinem gleichaltrigen Austro Daimler (Baujahr 1929)

Eine mehr als gelungene Veranstaltung meint der Stadtschrei(b)er, der ja mit Oldtimern groß geworden war. Sein Vater war in der Nachkriegszeit Motorradrennfahrer und später sammelte er Motorräder, vor allem der englischen Marke Rudge. Und es könnte gut gewesen sein, dass sich des Stadtschrei(b)ers Vater, der Helmut Krackowizer, verstorben 2001, Ausgang im Himmel genommen und sich unter die Besucher dieser Veranstaltung gemischt hatte – Wolken hatte es ja genügend am Himmel gegeben!

 

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