Musik-Hochgenuss beim Jubiläumskonzert der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee

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50. Cäcilia-Konzert der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee

Land Salzburg | Flachgau | Neumarkt am Wallersee | 50 Jahre Cäcilia-Konzert – ein musikalischer Höhepunkt im Kulturangebot des Flachgaus

Nach der Eurovisionshymne marschierte Franz Lehár los, machte Orpheus einen Betriebsausflug in die Unterwelt, besuchte James Bond den Festsaal, wurde eine Heilige anstelle ihrer Schwester, die eine Hexe war, am Scheiterhaufen verbrannt, ging die Marktgemeinde Neumarkt in Flammen auf und die junge, talentierte Neumarkter Sängerin Eva Maria Schmidhuber beeindruckte das Publikum mit ihrer Stimme.

Renate Egger führte durch das Programm

Musikalischer Genuss auf der Bühne des Festsaals
Am Samstagabend, den 29. November 2014, fand das Cäcilia-Konzert der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee zum 50. Mal statt. Schon das erste Konzert, das 1964 noch im Gasthof Gerbl unter der Leitung des damals jüngsten Kapellmeisters im Flachgau, Franz Lindner, stattfand, begann mit der Eurovisionshymne. Marc-Antoine Charpentier, ein französischer Komponist aus dem 17. Jahrhundert, komponierte diese weltweit bekannt Eurovisionsfanfare, erklärte Renate Egger, die durch den Abend führte.

ein Ohr-Genuss: die Klarinetten

Feine Klänge waren bei Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ zu hören. Besonders mit dem Klarinetten-Solo im ersten Satz wurde das Cäcilia-Konzert schon fast zu „Salzburger Festspielen“. Den dritten Satz belebte schwungvoll das Motiv eines Cancan, eines schnellen französischen Tanzes, der um 1830 in Paris populär war. Wie Renate Egger vorher erläutert hatte, ging es mit diesem Cancan, wie sie es nannte, dem Ende „des Betriebsausfluges in Unterwelt von Orpheus“ zu.

„The Witch and the Saint“ des amerikanischen Komponisten Steven Reineke ist die berührende, musikalisch aufgearbeitete Geschichte, die im 16. Jahrhundert von zwei Schwestern handelt. Die eine, Gott ergeben im Kloster, die andere selbstbewusst und rothaarig als Hexe zum Tode verurteilt. Ihre klösterliche Schwester tritt jedoch an ihrer Stelle das Martyrium an.

Neumarkt brennt!
Das wohl traurigste Ereignis in der Geschichte Neumarkts war der Marktbrand am 11. März 1879, der innerhalb von acht Stunden zwei Drittel der Häuser einäscherte und zum Niedergang des blühenden Marktes führte. Der niederösterreichische Komponist Otto M. Schwarz vertonte diesen Brand für die Trachtenmusikkapelle.

Alexander Greger (Bildmitte) erhielt das Ehrenwappen der Stadt Neumarkt am Wallersee

Alexander Greger erhielt das Ehrenwappen der Stadt Neumarkt am Wallersee
Beeindruckend war die Vielzahl die Ehrungen der Leistungen von MusikerInnnen, die von Bürgermeister DI Adi Rieger, Hans Ebner ( Landesobmann-Stv. des Salzburger Blasmusikverbands) und Herbert Hutzinger (Bezirksobmann des Flachgauer Blasmusikverbands) vorgenommen wurden. Sie alle durften sich des Applauses mehrere hundert Besucher erfreuen. Eine besondere Auszeichnung erhielt der langjährige Kapellmeister Alexander Greger. Bürgermeister DI Adi Rieger zeichnete seine Leistungen und ihn mit dem Ehrenwappen der Stadt Neumarkt am Wallersee aus. Greger war zwölf Jahre lang Kapellmeister und 36 Jahre lang stellvertretender Kapellmeister.

Die Ausgezeichneten der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee

„Ludwig, mach‘ die Lüftung aus“ und glanzvoller Abschluss
Der 1971 in Hall in Tirol geborene Komponist Günter Dibiasi komponierte 2010 mit „La Principessa“ („Die Prinzessin“) eine musikalische Schilderung des kindlichen und höfischen Lebens einer jungen Prinzessin. Diese bemerkenswerte Komposition vertont den Zwiespalt junger Menschen zwischen der bevorstehenden Würde und Last eines Herrscheramtes und der Verwirklichung ihrer eigenen Persönlichkeit und Lebensziele. Das Stück machte deutlich, dass es durchaus gute, moderne Musik geben kann. Mit diesem Stück wurde die Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee bei der Landeskonzertwertung 2014 in der Stufe C (mittel-schwer) beste Musikkapelle aus dem Flachgau.

Eva Maria Schmidhuber, eine Stimme, die begeisterte

Der Abend, der unter der musikalischen Leitung von Robert Eppenschwandtner und Manfred Forsthuber stand, klang mit einer schwedischen Melodie aus. Die talentierte 20-jährige Neumarkterin Eva Maria Schmidhuber beeindruckte als Sängerin des schwedischen Liedes „Gabriella’s Song“ von Stefan Nilsson aus dem Film „Wie im Himmel“: „Ich will fühlen, dass ich mein Leben gelebt habe“ heißt es in diesem von Eva Maria Schmidhuber mit viel Gefühl gesungenen Lied.

Franz Lehárs Marsch „Jetzt geht’s los“ hatte den musikalischen Reigen des Abends eröffnet. Mit der zweiten Zugabe, der „heimlichen österreichischen Hymne“, wie sie Robert Eppenschwandtner bezeichnete, des „Radetzky-Marsches“, schloss er sich. „Schod“, hörte man in den letzten Reihen des Publikums, „… und i hätt‘ do so gern den Rainer-Marsch g’hört“. War aber nicht und am Beginn des zweiten Teils des Programms rief ein Musiker auf der Bühne „Ludwig, mach‘ die Lüftung aus“. Der „Ludwig“ ist der Ludwig Gishamer, die gute technische Seele des Festsaals. Der machte aber jetzt auch das Licht auf der Bühne aus und nach gut zweieinhalb Stunden Musikgenuss auf wirklich hohem Niveau zerstreuten sich die Besucher in die Nacht auf den ersten Adventsonntag.

Die Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee ist eine musikalisch sehr vielfältig aufgestellte Musikformation, die deutlich mehr als nur Marschmusik spielen kann. Es war ein echtes Musikerlebnis, das ich von einer Trachtenmusikkapelle in dieser Qualität nicht erwartet hätte.

Alle 105 Bilder der Veranstaltung auf meiner Bilderseite unter diesem Link.

Robert Eppenschwandtner und seine MusikerInnen
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