Wintermärchen ohne Schnee oder doch mit Schnee in den Neumarkter Bergen

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Vom Wind geformte Eisgebilde

Den vorletzten Tag im Monat nimmt der November 2014 zum Anlass darauf hinzuweisen, dass er einst „Wintermonat“, „Nebelung“ oder „Windmond“ genannt wurde. Vorbei sind die milden Temperaturen, das Thermometer zeigt um 13 Uhr ein Grad über Null.

Lässt man in der Flachgauer Stadt am Land, Neumarkt am Wallersee, den stillen Sighartsteiner Weiher hinter sich und fährt bergwärts gegen Sommerholz so kommt man nach Kollmannroid durch einen Wald. An dessen Ende steht rechts ein schmucker Bauernhof, die Straße wendet sich nach links und verläuft einem Waldrand entlang. Der Nebel hängt hier oben auf etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel tief über Wald und Felder, der Blick fällt auf ein noch immer sattgrünes Feld. Doch daneben, das niedrige Nadelgehölz, zeigt einen winterlichen Schmuck.

der Waldrand winterlich, das Feld noch grün

Das Thermometer hier oben friert schon. Minus ein Grad und der Wind nutzt die Gunst der Stunde, um die Luftfeuchtigkeit in bizarre Eisgebilde an den Nadeln und Ästen der Bäume zu verwandeln. Wie in einem Wintermärchen erscheint der Waldrand mit Schnee bedeckt. Doch nur einen Meter daneben erinnert die grüne Wiese daran, dass es ja noch gar nicht geschneit hat. Auch nicht hier oben nahe des Brunnkehrer-Bauernhofes.

Vorbei an dem romantisch an einem anderen Waldrand gelegenen Haus des Salzburger Galeristen Nikolaus Ruzicska gelange ich auf die Anhöhe unterhalb der Filialkirche zum heiligen Georg in Sommerholz, wo das Zeughaus des Löschzugs der Freiwilligen Feuerwehr Sommerholz steht. Auch hier hat der Wind die Zweige, diesmal von Birken, winterlich gestaltet. Darunter, wie beschreibe ich es, ein Marterl, ein Bildstock oder ein etwas sehr klein geratenes Kapellchen mit einer Marienstatue.

beim Zeughaus in Sommerholz
ein geheimnisvoller Eingang im Wald

Ins Tal nehme ich den Weg über Wallester und biege in das Wäldchen oberhalb der Hagenwaldmühle ab. Hier ist es etwas milder, der Wind pfeift nicht mehr so arg übers Land. Da sehe ich doch noch ein Blümchen blühen und daneben einige ganz frische Maulwurfhügel. Die Unterwelt scheint auch etwas durcheinander zu sein: Herbst? Winter? Oder gar schon wieder Frühling? Apropos Unterwelt. Ein alter, moosbewachsener Baumstunk hat in seiner Stammmitte ein dunkles Loch – ob sich hier ein Eingang zur Unterwelt, zur Anderswelt, wie die Schamanen sagen, befindet? Mir ist es aber zu kalt, um auf einen Kobold, Gnom oder eine Elfe zu warten, um diese Frage geklärt zu bekommen und beschließe nach Hause zurückzukehren. Es war ein überraschender Ausflug in eine Winterlandschaft ohne Schnee in den Neumarkter Bergen, ehm, Hügeln. Oder war es doch schon Schnee?

Alle 14 Bilder von dem „winterlichen“ Novemberausflug auf meiner Bilderseite unter diesem Link.

adventlicher Eingang zur Hagenwaldmühle
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