Denkmalgeschütztes Haus der Begegnung St. Katharina in Neumarkt am Wallersee gesegnet

Gepostet am Aktualisiert am

 Haus St. Katharina
das Haus St. Katharina

Land Salzburg | Neumarkt am Wallersee | Alle waren sie am Sonntag, den 28. September 2014, in der Flachgauer Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee auf den Beinen: Vereine, Vertreter der Gemeinde- und Pfarrgemeinde, Bürger der Stadt, eine Reiterabordnung und wahrscheinlich auch Nikolaus von Myra, der Patron der Stadtpfarrkirche, unter deren Glockenturm an jenem Sonntag der wichtigste Akt des Erntedankfestes stattfand: die Segnung des neuen Generationshauses der Begegnung St. Katharina.

169-jähriges Gebäude mit wechselvoller Geschichte wurde neues Leben eingehaucht
Geht man vom Marktplatz zur Stadtpfarrkirche, so gelangt man zunächst auf einen Platz, der links vom Kriegerdenkmal, rechts von einem mächtigen Baum, einem Naturdenkmal und im Hintergrund durch das historische Schanzhaus mit Durchgang begrenzt wird. Und an der rechten Seite des Schanzhauses wurde 1845 das heutige St.-Katharina-Haus errichtet. Brand, wechselnde Besitzer – ein Neumarkter Feuerwehrkommandant, ein Bürgermeister und ein Sprengelarzt, der darin 30 Jahre wohnte, schließlich provisorischer Pfarrhof – das Haus blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die mit dem letzten Bewohner, dem Geistlichen Rat Pfarrer Matthias Schwab, 1990 endete, als dieser in das Seniorenwohnhaus St. Nikolaus übersiedelte. Dann stand das Gebäude leer und verkam. Der Platz verlor seine Ausstrahlung.


Stadtgemeinde, Erzdiözese, die Caritas Salzburg und die Entstehungslegenden

So wie sich um das Martyrium der hl. Katharina von Alexandrien und ihrem Folterwerkzeug, dem gebrochenen Rad, Legenden ranken, so umgeben auch das neue Generationenhaus St. Katharina in Neumarkt am Wallersee Legenden, Entstehungslegenden.

Bürgermeister DI Adi Rieger meinte in seiner Rede, dass vor einigen Jahren bei einem gemeinsamen Südtirol-Urlaub mit Pfarrer Dr. Michael Max der Gedanke der Sanierung dieses Hauses gewälzt wurde. Bei einem Kartenspiel, wie sich Adi Rieger in seinen Worten erinnerte. Doch Dr. Max erzählte später beim gemütlichen Beisammensein beim Frühschoppen im Pfarrer-Schwarz-Park, er könne sich noch genau erinnere, dass es, schon vor ein paar Jahren war. Aber im Garten des österreichischen Hospizes in Jerusalem in Israel. Nein, auch diese Entstehungslegende dürfte nur ein Teil der wahren Geschichte sein. Stadtrat Fritz Umlauft (SPÖ), auf diese Anfänge angesprochen, erinnert sich noch genau, dass bei einer Herbstklausur der SPÖ beschlossen wurde, einen Antrag zur Sanierung des „Generationenhauses für Sozialvernetzung“, wie es die Mandatare der SPÖ nannten, einzubringen.

So wird es gewesen sein: Der Stadtpatron, der Nikolaus, hat von seinem Turm herunter gute Ideen an seine braven Schäfchen geschickt und die sind halt zeitlich und örtlich etwas unterschiedlich angekommen. Wichtig war jedenfalls, dass sich dann die Stadt Neumarkt mit einem Drittel an den Gesamtumbaukosten von 540.000 Euro durch eine Mietvorauszahlung beteiligt hatte. Die Pfarre Neumarkt am Wallersee und die Erzdiözese Salzburg sind die beiden anderen Drittelgeldgeber und zu dritt teilen sie sich nun auch die Nutzung dieses Gebäudes.

von links: Pfarrer Dr. Michael Max, Architekt DI Martin Schönberger, Vize-Bürgermeister Jan Schierl, Bürgermeister DI Adi Rieger, Caritas Direktor Johannes Dines, Leiter der Caritas in Neumarkt Richard Gölzner und Prof. Franz Paul Enzinger. Obmann des Pfarrgemeinderates

Einweihung bei strahlendem Herbstwetter
Das Gebäude, das sein ursprüngliches Aussehen erhalten hat und von Bausünden befreit wurde, gibt nun wieder dem Platz unterhalb des Schanzhauses einen heimeligen Charakter. Prof. Franz Paul Enzinger. Obmann des Pfarrgemeinderates freute sich an so einem herrlichen Herbsttag die Eröffnung des Hauses vornehmen zu können. Zustande gekommen ist die Wiederbelebung durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Er hob besonders aber die im Sommer und Herbst 2013 beachtenswerte Eigenleistung der Neumarkter Vereine bei der Entrümpelung, beim Abschlagen des alten Putzes und der Rückführung auf den Rohbau hervor. Dann nahm Pfarrer Dr. Max die Segnung des Hauses und der Räumlichkeiten vor. „Hat ein bisschen länger gedauert als ich dachte. Ist doch nicht so klein“ meinte Pfarrer Dr. Max, als er nach ein paar Minuten wieder schmunzelnd aus dem Haus herauskam.

Pfarrer Dr. Max bei der sichtlich Freude bereiteten Segnung der Räumlichkeiten

Im Haus wird jetzt die Flachgauer Regionalstelle der Caritas untergebracht sein. Seit 13 Jahren gibt es diese Stelle bereits in Neumarkt am Wallersee. Caritas Direktor Johannes Dines meinte, sein Ziel ist es, diese Stelle zu einem Regionalzentrum auszubauen. Für alle Nutzer des Hauses steht auch eine Teeküche zur Verfügung. Zwei große Räume werden von der Stadtgemeinde für Vereinszwecke angemietet. Die Mietvorauszahlung, wie schon erwähnt, ermöglichte die Revitalisierung. Und diese Neubelebung ist für Bürgermeister DI Adi Rieger auch das Wichtigste an diesem Projekt gewesen. Einerseits ist der Platz dadurch wieder neu belebt worden, andererseits können sich im Haus nun verschiedene Generationen treffen, sich austauschen und miteinander Feste feiern, freut sich der Bürgermeister.

Und was meint der Bau- und Hausherr, Pfarrer Dr. Max? Es ist so viel von dem entstanden, was er sich vor einem Jahr vorgestellt hatte. Nun gut, manches habe man eben nicht in der Hand und wurde anders. Aber jetzt, wo es fertig dasteht, erfülle es ihn mit großer Zufriedenheit.

Alles Neumarkter: Architekt Martin Schönberger, Baumeister Matthias Berger und die anderen Handwerker
Der mit der Revitalisierung des Gebäudes beauftragte Neumarkter Architekt DI Martin Schönberger fand es besonders spannend, mit altem Bestand zu arbeiten. Da wurde ihm auch nie langweilig, wie er anlässlich der Eröffnung erzählte. So musste das alte Kappengewölbe behutsam saniert und dessen Stahlträger erhielten sandgestrahlt wieder ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Bis zu siebzig Zentimeter altes Gemäuer wollte ins rechte Licht gesetzt werden und in einer Nische hat Schönberger altes Mauerwerk freigelegt.

helle, freundliche Räume, hier sieht man das Kappengewölbe, die alten Stahlträger und das alte, freigelegte Mauerwerk

Unter herbstlich-blauem Himmel, bei Klängen der Trachtenmusikkapelle Neumarkt am Wallersee, traf man sich einander im Anschluss an die Feierlichkeiten im Pfarrer-Schwab-Park zu einem Bier, Weißwürscht‘, Frankfurter oder Kotelett. An das Gemälde der „Bauernhochzeit“ des flämischen Malers Pieter Bruegel des Älteren erinnerten die bei den „Speisenträger“: Altbürgermeister, nein, wir hatten uns entschlossen, Dr. Emmerich Riesner als „Bürgermeister außer Dienst“ zu bezeichnen, und Pfarrer Dr. Max hatten sich vom Löschzug Pfongau der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt am Wallersee ein großes Trage-Tablett organisiert. Auf dieses luden sie die Speisen und gingen durch die Reihen der Bänke und Tische. Dort tauschten sie Speisen gegen erworbene Essensmarken und so kam jeder bequem und rasch zu seinem gewünschten Essen. Auch bei den Getränken gab es „Servieren an den Tisch“.

„Speisenträger“: „Bürgermeister außer Dienst“ Dr. Emmerich Riesner als „Bürgermeister außer Dienst“ und Pfarrer Dr. Max

Bei Baumeister Matthias „Hias“ Berger aus Pfongau und Architekt Schönberger kam nach dem Festakt beim Frühschoppen, am frühen Nachmittag, Wehmut auf. Wie oft waren sie abends nochmals auf die Baustelle „Haus Katharina“ gegangen, waren unzählige Male Gerüst und Treppen auf- und abgestiegen, hatten noch Probleme besprochen, waren manchmal auch a bisserl grantig (aber das gehört halt‘ auch zum Leben, meinte Hias). Und jetzt? Am Sonntag, den 28. September 2014, hat die hl. Katharina ihnen zugelächelt, sich für ihre Bemühungen bedankt, „…aber jetzt brauche ich euch nicht mehr, es ist fertig, es ist abgeschlossen“. Der Hias, der Herr Baumeister, seufzte ein wenig, nahm seinen Bierkrug und der Architekt und der Baumeister prosteten sich zu: auf die schöne Bauzeit, die gemeinsame Arbeit und auf die Zukunft.

Alle Bilder vom Erntedankfest und der Einweihung siehe diesen Link

die Philos0phen Baumeister Matthias „Hias“ Berger (rechts) und Architekt Martin Schönberger

 

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