Zu Besuch bei Ehepaar Graupapagei im Seniorenwohnhaus St. Nikolaus

Gepostet am Aktualisiert am

Graupapagei Seniorenwohnheim St. Nikolaus Neumarkt am Wallersee
die beiden Graupapageien einträchtig nebeneinander, rechts – der von mir als Weibchen bezeichnete Vogel

Manfred Mayrhofer, der Leiter des Neumarkter Seniorenwohnhauses, zeigte mir den Weg in den Garten, der an einem Vogelgehege vorbeiführte. Ich beachtete die Tiere nicht und ging in den Garten, in dem ich einige Aufnahmen machen wollte. Das Herbstlicht war in diesen letzten Augusttagen des eigentlich nie stattgefundenen Sommers 2014 einfach zu verlockend.

Nach getaner Arbeit sollst du ruh‘n oder ein paar Schritte an den Papageien vorbei tun …

Das dachte ich mir zunächst. Ging wieder am Vogelgehege vorbei und war eigentlich schon im Gebäude. Da ertönte ein lauter Schrei aus dem Gehege, der mich zum Umkehren veranlasste. Da saß ein Graupapagei auf einer Stange dicht am Gehegegitter und rührte sich nicht. Nähergetreten grüßte ich ihn freundlich und fragte, ob er denn da gerade so markerschütternd geplärrt hätte. Er schaute mich regungslos an und blieb stad. Na dann, wenn du mit mir nicht reden willst, geh‘ ich eben wieder.

Graupapagei Seniorenwohnheim St. Nikolaus Neumarkt am Wallersee
der Stadtschrei(b)er wird nun genau betrachtet

Kaum hatte ich einen Schritt getan, ertönte das Gekreisch wieder. Also, umdrehen und Käfig genauer anschauen. Tatsächlich, da saß noch ein zweiter Graupapagei einige Äste tiefer im Dunklen des Geheges. Darauf angesprochen, ob er der Schreihals wäre, drehte er den Kopf in leichte Schräglage, so als betrachtete er mich von oben nach unten. Langsam, bedächtig, sich jeden Schritt an den dünnen Ästen überlegend, kam er bis ans Gehegegitter neben seinen Partner.

Soziale, intelligente Vögel, die auch eifersüchtig werden können

Ja, Graupapageien bleiben einander treu, haben sich erst einmal die beiden Richtigen getroffen. Auch sind sie sehr soziale gefiederte Persönlichkeiten. Sie brauchen die Nähe ihrer Artgenossen. Was sie manchmal nicht so schätzen, ist, wenn andere Haustiere mehr Aufmerksamkeit erhalten als sie. Dann können sie auch mal eifersüchtig werden. Sie sind richtig intelligente Tiere. Sie lernen spielend den Wortschatz eines vier- bis fünfjährigen Kindes, bedienen sich Werkzeuge – beispielsweise putzen sie sich ihr Gefieder unter Zuhilfenahme kleiner Äste – und manche helfen ihren Artgenossen nur, wenn sie sich davon eine Belohnung versprechen, die sie aber dann sehr gerecht teilen.

und auf die Flügel

Modenschau … wohl ein Weibchen

Doch zurück zu meinen beiden gefiederten Freunden im Seniorenwohnhaus St. Nikolaus. Nachdem also der zweite Papagei mich beäugelt hatte, ging es los. Mit einer Modenschau. Also das Weibchen! Er, nein sie, hob abwechselnd die Federn der Flügel und dann die Schwanzfedern, wo sie besonders leuchtend rote Federn hat (ein paar hellrote Federn hat sie um ihren Hals zum Unterschied von ihrem Partner, dem diese farbige Halskrause fehlt). Nachdem ich also eine echte Vogel-Modenschau erlebt hatte, wollte ich eigentlich wieder gehen. Aber, wie schon anfangs der Geschichte, kaum einen Meter gegangen, erschallte das Gekreisch erneut. Ganz nach dem Motto: „Endlich einmal ein Mann, der mich beachtet! Bleib da und betrachte mich weiter“, denn ihr Partner saß nach wie vor im Eck und hatte die Schau mehr oder weniger regungslos über sich ergehen lassen. Die beiden scheinen schon lange verheiratet zu sein.

Alle 13 Aufnahmen des Ehepaars auf meiner picasa-Webalbumseite

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