Was nicht auf Kuhhäute geht, aber Grenzen überwindet – Museumspartnerschaft feierte

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Fronfeste Ausstellungseröffnung „Das geht auf keine Kuhhaut“
sie verstellen die Lese-Sicht, die Kühe

Sie muhen nicht, erschweren aber aufgrund ihre Größe erheblich das Lesen der „Süddeutschen Zeitung“. Und sie hängen an Wänden, an den Wänden im Museum in der Fronfeste in der Flachgauer Stadt Neumarkt am Wallersee. Der in Bayern lebende Engländer irischer Abstammung Pete Kilkenny hat über 300 solcher „Zeitungs-Kühe“ gemalt.

10 Jahre Museumspartnerschaft Gerbereimuseum Tittmoning mit Museum Fronfeste
Am Freitagabend, den 9. Mai 2014, wurde im Museum Fronfeste die Ausstellung „Das geht auf keine Kuhhaut“ anlässlich des zehnjährigen Partnerschaftsjubiläums der beiden Museen eröffnet. Museumsleiterin Ingrid Weydemann meinte in ihren Einleitungsworten, dass beiden Museen die Europäische Union ein großes Anliegen sei. Mit bisher mehr als zehn grenzüberschreitenden Ausstellungen und vier EU-Projekten versuchten Weydemann und ihre bayerische Kollegin Waltraud Jetz-Deser, Leiterin des Gerbereimuseums Tittmoning, „die Grenzen in den Köpfen der Menschen zu überwinden“. Bürgermeister DI Adi Rieger erwähnte in seinen Begrüßungsworten, er denke bereits über eine Partnerschaft mit der bis 1816 zu Salzburg gehörenden, oberbayrischen Stadt Tittmoning im Rupertiwinkel auf politischer Ebene nach.

Fronfeste Ausstellungseröffnung „Das geht auf keine Kuhhaut“
freuten sich über die zahlreichen Besucher und die gute Stimmung (von links): DI Adi Rieger, Bürgermeister, Waltraud Jetz-Deser, Leiterin des Gerbereimuseums Tittmoning, Pete Kilkenny und Ingrid Weydemann MAS, Museumsleiterin Fronfeste

Weißgerberei und Rotgerberei
Die Ausstellung mit den gemalten Kühen ist ebenfalls eine städteverbindende Angelegenheit. So war ja Neumarkt am Wallersee einst ein Zentrum der Weißgerberei und in Tittmoning schloss erst 1954 die letzte Rotgerberei, die Rotgerberei Wandinger. Von dieser Gerberei erhielt auch das Gerbereimuseum in der Burg Tittmoning zahlreichen Ausstellungsstücke, die das Museum heute im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes „Gerben ohne Grenzen“ präsentiert.

Kühe malen ist Überwindung und von Milch und Mutterkühen
Pete Kilkenny sollte von Oktober 2012 bis Oktober 2013 für die Süddeutsche Zeitung fast täglich Kühe malen. Doch bereits nach wenigen Monaten zweifelte der Künstler an sich und seinen Kühen. Er streikte, was sich in einem dreimonatigen Nichtmalen auswirkte. Doch schließlich kehrten Geist und Wille zurück und er malte weiter. Mit Fleiß und holte Versäumtes auf.

Noch eine weitere Künstlerin, Eva Bliem, stellt einen Zyklus von Kaltnadelradierungen aus. Von einer Indienreise zurückgekehrt, bei der sie besonders das Thema Mutterschaft beschäftigte, entstanden dann diese Radierungen zum Thema „Milch und Mutterkühe“. Sie zeigen leicht erotische Ansätze und bieten aber auch Gründe zum Schmunzeln. Krankheit verhinderte jedoch das persönliche Erscheinen der Künstlerin zur Eröffnung.

Fronfeste Ausstellungseröffnung „Das geht auf keine Kuhhaut“
links der Ausstellungskatalog zu „Wahrheit und Wahn“ mit einem Blick auf die Innenseiten (oben darüber)

Ausstellungsbroschüre zu „Wahrheit und Wahn“
Ingrid Weydemann stellte noch die gerade erschienene Broschüre zur laufenden Ausstellung „Wahrheit und Wahn. Zwischen Opferkult und Hexenprozess“ vor. Die Beiträge darin stammen von den Salzburger Historikern und Wissenschaftlern Monika Brunner-Gaurek, Monika Frass, Gerhard Ammerer und Heinz Dopsch.

Gestohlene Knochen heizten ein
Schließlich klang der Abend bei guter Gitarrenmusik der Flachgauer Band „The Stolen Bones“ („die gestohlenen Knochen“) aus. Ein herrliches Buffet aus der iranisch-syrischen Küche, zubereitet von Menschen mit Migrationshintergrund, die in Neumarkt am Wallersee vorübergehend eine Heimat finden, war dann auch noch ein kulinarischer Genuss.

Information
Die Ausstellung ist jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums bis August 2014 zu sehen.

Museum Fronfeste
Hauptstraße 27
5202 Neumarkt am Wallersee
Telefon: 06216 5704
E-Mail: museum@neumarkt.at

Öffnungszeiten: Donnerstag von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie Freitag, Samstag und Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr

Alle Bilder von der Veranstaltung hier auf meiner zenfolio-Bilderseite.

Fronfeste Ausstellungseröffnung „Das geht auf keine Kuhhaut“
die fleißigen Helfer mit Migrationshintergrund, die bei den Vorbereitungsarbeiten mitgeholfen, gekocht und während der Veranstaltung die Besucher betreut hatten
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