In Neumarkt scheißen die Hunde auch angeleint!

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Der Stadtschrei(b)er bittet um Nachsicht für seinen vulgären Einleitungssatz. Aber heute Abend ging hoch her bei der 29. Sitzung der Gemeindevertretung von Neumarkt am Wallersee. Der letzten Sitzung mit „Altbürgermeister“ Emmerich Riesner und in alter Zusammensetzung. Es ging in einem Punkt um die Hundehaltung in Neumarkt am Wallersee, um eine Änderung der gesetzlichen Lage und um eine vierseitige Bürgerinformation in dieser Sache.

Keiner durchschaut das Gesetz wirklich
Aus den Wortmeldungen schloss der Stadtschrei(b)er, dass keiner so recht das neue Landesgesetz bezüglich Hundehaltung durchschaut. Tierarzt Dr. Stefan Steinhauser wetterte gegen den unverständlichen Gesetzestext und die rüde Ausladung der Gemeinde zu einem Vortrag letzten November, den Dr. Steinhauser hätte bei einer Hundehaltungs-Informationsveranstaltung halten sollen. Der Stadtschrei(b)er hat als „Zugezogener“ die Sachlage nicht ganz durchblickt. Also zum nächsten Punkt. Und jetzt wird es unterhaltsam.

Freilaufen des Hundes nur …
Der Vorschlag des Stadtrats zur Änderung der eigentlich allseits zur Zufriedenheit verlaufenen, bisherigen Verordnung lautete etwa so: Leinenpflicht im bebauten Gebiet. Dazu wird eine Karte aufgelegt, in der genau eingezeichnet ist, was als bebautes Gebiet in Neumarkt am Wallersee gilt. Das hat der Stadtschrei(b)er ja noch verstanden. Aber außerhalb dieses verbauten Gebietes, da schieden sich die Stadtvertreter-Geister, und zwar heftig. Denn der Stadtrat schlug vor, außerhalb des verbauten Gebiets nur jene Hunde frei laufen zu lassen, deren Besitzer einen von etlichen, möglichen Hundeführerscheinen besitzt. Was aber, wenn der 14-jährige Sohn mit dem Hund Gassi geht und der Vater stolzer Besitzer eines Hundeführerscheins ist? Was passiert, wenn ein Hund im Wenger Moor die Stadtgrenze passiert und Köstendorfer Gemeindegebiet bepfotet? Dort herrscht nämlich generell Leinenzwang.

an die Eigenverantwortung der Hundebesitzer wird appelliert (Bild in Mattsee aufgenommen)

In Neumarkt scheißen die Hunde auch angeleint!
Wenn nach der geplanten Verordnung ein Hundebesitzer nun keinen der möglichen Hundeführerscheine besitzt, dann muss er auch in der leinenfreien Zone seinen Hund anleinen. Und dieser, pardon, scheißt aber dann trotzdem in das Feld des Bauern. Der Stadtschrei(b)er bräuchte hier nun noch viele Zeilen, um alle Für und Wider, alle Vorschläge und Argumente anzuführen, die in der gut 45 Minuten dauernden Debatte fielen.

Es wurde abgestimmt. Es gab zwei Anträge und der erste wurde angenommen, der vom Stadtrat: Außerhalb von verbautem Gebiet darf ein Hund frei laufen, wenn sein Herrl oder Frauchen einen Hundeführerschein besitzt. 14 von 20 anwesenden Gemeindevertretern stimmten diesem Antrag zu.

Wer zeigt wen an und wo?
Ein letzter Absatz noch über diese verwirrende Gesetzeslage. Wenn jetzt jemand einen frei laufenden Hund sieht, könnte er ihn bei der Gemeinde melden, anzeigen. Die müsste dann feststellen, ob der Besitzer a) dabei war und b) einen Hundeführerschein hat. Also, denkt der Schelm, zeigt er gleich mal alle an. Vorsichtshalber. Die Gemeinde schickt dann ein Schreiben, der Besitzer möge sich bessern. Bessert er sich nicht, gibt es ein böser formuliertes Schreiben. Und ignoriert der Ignorant auch dieses Schreiben, wird er beim dritten Mal angezeigt. „Österreichische Lösung“ nennt man das im Stadtamt. Aber wer nicht bis zum dritten Mal warten will, zeigt es gleich bei der Bezirkshauptmannschaft an. Ja, jetzt, wozu dann die Verordnung? Der Stadtschrei(b)er denkt, das haben sich heute Abend alle gefragt.

Ah ja, und eh es der Stadtschrei(b)er vergisst. Hundebesitzer von auswärts müssen das dann natürlich alles wissen, wenn sie oben in Sommerholz ihren Hund frei laufen lassen. Denn Unwissenheit schützt nicht vor Hundeangriffen.

<img src=“https://lh4.googleusercontent.com/-DtGXC1Fh1Fk/UzfiwuhmJFI/AAAAAAAATF0/Mtutht3LRB8/s680/Gemeindevertretungssitzung_Maerz_2014.jpg&#8220; alt=“28. März 2014: letzte Gemeindevertretungssitzung mit „Altbürgermeister“ Dr. Emmerich Riesner (rechts), im Bild mit seinem Nachfolger Dipl.-Ing. Adolf Rieger (links), in der Mitte Stadtrat Johann Sommerer

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